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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 12 · p. 724

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 12
Article
Die Kwuzah
Date
1924-01-01
Page
724 (sequence 9)
Language
German
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724 Walter Preuss: so sucht man in der Arbeiterschaft auch dieses Problem mit unerschütterlicher Ernsthaftigkeit und äußerster Wahrheitsliebe sich selbst vorzulegen und zu beantworten, sowie die Konsequenzen daraus zu ziehen. Und so geben einzelne Genossen, denen die Existenzberechtigung und mehr als das, die moralische und ökonomische Notwendigkeit der Kwuzah nie in Frage steht? selbst die Fragestellung an, die richtig so lautet: Was läßt sich dagegen tun, daß die ,,Untüchtigkeit des Einzelnen in der Kwuzah erst später erkannt wird als in der Privatsiedlung"? (Meirow, Cinereth). „Wie kann man es hindern, daß Führer und Geführte in der Kwuzah entstehen, Wissende und Uninteressierte, Aktive und Passive?" (Tanchum, Daganjah.) Das Problem wird also nicht vertuscht aus Furcht vor den zahlreichen Gegnern, sondern seine Lösung gesucht. Manche glauben mit Recht, daß in der Spezifizierung der Facharbeit und der gesteigerten Verantwortung des Einzelnen die Lösung liegt; andere wiederum, daß das „Gesetz Klärung und Festlegung der Grenzen zwischen den Einzelnen bringen werde." „Der Wechsel in der Arbeit ist der Hauptfeind im Gelingen. Die Festsetzung der Aufgaben ist ein Mittel zur Aufhebung des Unterschiedes zwischen Führern und Geführten." (Ben Zion, Cinereth.) Auf der anderen Seite: „Der Einzelne hat in der Kwuzah genügend Möglichkeit der Initiative, und nur das vielfach leichte Verhältnis zur Arbeit raubt diese Möglichkeit." (Zifroni, Ajelet Ha-Schachar.) Und ein Chawer aus Kiriath Anawim stellt fest, wie sehr sich gerade in den letzten Jahren die Verantwortlichkeit gegen Arbeit und Gesellschaft gesteigert habe. In der Tat hat der häufige Wechsel in den Kwuzoth seit etwa 2 Jahren so gut wie vollkommen aufgehört, gerade seit den Tagen jener „Begegnung", bei der, unter dem Eindruck der großen Krise, die damals im Land herrschte, eher zu großer Pessimismus über die Zukunft der Kwuzah zum Ausdruck kam, während bereits 1924 in En Charod gerade die große Kommune in ihrer imposanten Organisierungskraft und Leistung immer weiter in den Vordergrund gestellt wurde. Also das Problem, mit dem man stets so rasch bei der Hand ist, ist da, wird aber nicht als entscheidend empfunden, sondern als ein wichtiges Teilproblem, das es zu lösen gilt und an dessen fortschreitender Lösung nicht gezweifelt wird. Denn zu eindeutig weisen, unter dem Einfluß einer erkenntniserstrebenden und erkennenden Arbeiterschaft, alle Tatsachen darauf hin, wie sehr in der Kommune es in immer steigendem Maße allen Chawerim bewußt wird, daß Einzelinteresse und Gemeinschaftsinteresse Hand in Hand gehen. Denn niemals ist der Rahmen so weit, daß nicht dem Einzelnen jedes Versehen, jeder Ausfall bald am eigenen Leibe fühlbar wird. Und mir scheint es, als wäre die Kwuzothbewegung heute schon, mögen auch Einzelne fallen, über die Stufe hinaus, auf der durch solche Fragen schließlich die Bewegung scheitern könnte. Man sichere ihr nur die äußeren Umstände, gebe ihr die Ruhe der Entwicklung, verkümmere nicht das Budget bis zur völligen Unterernährung der Einzelnen, stelle die Kwuzah schnell auf eigene Füße: und die Bewegung wird sich aus sich selbst festigen, die Probleme lösen und, durch Erkenntnis geführt und durch ihr entsprungene

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