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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 11 · p. 642

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 11
Article
Zur Geschichte des jüdischen Sozialismus
Date
1924-01-01
Page
642 (sequence 5)
Language
German
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642 Arjeh Tar takower; Andererseits nahm die jüdische Arbeiterschaft in Amerika auch regen Anteil an der großzügigen Hilfsarbeit für die jüdischen Massen in Osteuropa, die von dort aus organisiert wurde. Zugleich mit den allgemeinen Hilfskomitees entstand dort, im Jahre 1915, auch ein speziell von Arbeitern und für Arbeiter begründetes: das People Relief Committee, das im Lauf von neun Jahren bis zu seiner im Jahre 1924 erfolgten Auflösung eine segensreiche Tätigkeit entwickelte und insbesondere das große Kulturwerk der jüdischen sozialistischen Parteien in Polen unterstützte. Der notleidenden palästinensischen Arbeiterschaft widmete sich speziell der Palästinaarbeiterfonds, dessen während des Krieges sehr gewachsenes Budget fast ganz von der amerikanischen Landespartei gedeckt wurde. Es wurden Notstandsarbeiten in Palästina organisiert, billige Arbeiterküchen und Leihkassen begründet, Krankenkassen der Arbeiterschaft subventioniert, für die durch die Türken aus dem Lande Vertriebenen und Deportierten Fürsorge getroffen. Schließlich ging man sogar zur unmittelbaren Aufbauarbeit über und gründete einerseits die ersten gewerblichen Produktivgenossenschaften im Lande, anderseits — zusammen mit der Zionistischen Organisation und der Ica — die vier Kwuzoth in Obergaliläa, die in der Folge heldenmütige Vorposten der jüdischen Siedlungsarbeit in dem wilden Norden des Landes werden sollten. So investierte der P. A. F. in Palästina vom Anfang des Weltkriegs bis Ende 1919 eine Summe von ca. 6000 Pfund. Unterdessen tat das Verbandsbureau der „Poale-Zion" alles nur Mögliche, um die internationale sozialistische Bewegung zum Eingreifen zugunsten des jüdischen Volkes zu veranlassen. Die Aufgabe war ihm allerdings durch die anfangs des Weltkriegs endlich erkämpfte Aufnahme der „Poale-Zion" in die sozialistische Internationale bedeutend erleichtert. Diese so komplizierte Frage, die vor dem Ausbruch des Weltkriegs auf der Tagesordnung fast jeder poale-zionistischen Konferenz gestanden hatte, fand eine unerwartete rasche, wenngleich keine definitive Lösung. Den „Poale-Zion" wurde vom „Internationalen Sozialistischen Bureau" vorgeschlagen, sich als palästinensische Landespartei zu konstituieren und hierdurch eine der drei der türkischen Partei zukommenden Stimmen, die infolge des Abtretens von Saloniki an Griechenland freigeworden war — die zwei anderen gehörten den armenischen sozialistischen Föderationen — zu erlangen. Die Lösung wurde von den „Poale-Zion-die sich indessen den weiteren Kampf um die Anerkennung der Allweltlichkeit ihrer Bewegung vorbehielten, angenommen, und so nahmen denn die ,,Poale-Zion*4 seither, Anfang 1916, einen — übrigens sehr regen — Anteil an den verschiedenen Tagungen der Internationale. Allerdings fand ihre Aufnahme bereits zu einer Zeit statt, wo die 2. Internationale infolge ihrer Stellung zum Krieg einen großen Teil ihres Ansehens verloren hatte und innerhalb der Arbeiterschaft selbst sich eine scharfe Opposition gegen sie zu regen begann. So wurde denn die Zugehörigkeit zu ihr bereits nach einer kurzen Zeit von manchen Teilen des poalezionistischen Weltverbandes mit gemischten Gefühlen beobachtet. Nichtsdestoweniger wurde fast;bis zum letzten Augen«

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