Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 8 (1924)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Heimkehr
- Date
- 1924-01-01
- Page
- 595 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Heimkehr 595 Nur deiner Hoffnung Saft schießt in irdscher Stämme Schäfte. Deines Riegels Haft schließt aller Riegel Hafte. Wenn du mir zornentrafft fliehst, wes Huld soll ich gehren? Heimkehr uns, Herr, bereite zu dir, daß heim wir kehren." „„Den Seelen ruft Befreiung von dem Dienst der Leichen. Annehmt Erbbeleihung, statt durchs All zu streichen. Am Tag der Weltneureihung, wenn Grabeshüllen weichen Und in Geist-Fleisch-Entzweiung ich füg der Knochen Speichen: Dann, dann umstrahlt euch Weihung, Kronen zu erreichen, Wenn der Greuel Zeichen abgewaschen ward von euch. Kehrt heim zu mir, so kehr ich heim zu euch."" „A.ch ihn, dir nächst, fern stießest du, — wer zeigt ihm Trostes Sterne? Wer hilft dem — ihn verließest du, er fiel —, daß stehn er lerne? Wenn nicht Heil rings gießest du und sein erbarmst dich gerne, In Cherubflug ihn schließest du und Burgenfelsgekerne, Des Tags harrnd, den verhießest du, ihn hebst aus Schlammzisterne — Ach sei uns nicht ferne, denn es naht Verheeren! Heimkehr uns, Herr, bereite zu dir, daß heim wir kehren." Tut Gott oder tut der Mensch den ersten Schritt? Kann der Mensch ihn überhaupt tun? Das ist eine wirkliche Frage, nicht, wie heut protestantische Theologen gern wahrhaben möchten, eine gelöste Vorfrage. Freilich auch nicht, wie es die jüdischen Theologen in begreiflichem Bedürfnis nach harmlosen ,,Unterscheidungslehren" gern hätten, „der Unterschied zwischen Judentum und Christentum*Sondern eine wirkliche Frage des wirklichen 38*