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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 10 · p. 590

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 10
Article
Die Bedeutung der Goldziherschen Bibliothek für die zukünftige hebräische Universität
Date
1924-01-01
Page
590 (sequence 16)
Language
German
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59<> A. S.Yahuda: Erst 1894 wurde Goldziher ordentlicher Honorarprofessor an der Budapester Universität mit Sitz und Stimme in der Fakultät ernannt, und dann 1905 zum wirklichen Ordinarius befördert. Obwohl die offizielle Anerkennung für Goldzihers unschätzbare Verdienste in der eigenen Heimat etwas lange auf sich warten ließ, gab es doch keinen Gelehrten in Ungarn, der so viel Liebe, Achtung und Bewunderung bei allen Kollegen und in allen wissenschaftlichen und literarischen Kreisen genoß wie er. Auch vom gesamten Ausland folgten Auszeichnungen und Ehrungen, und seine Persönlichkeit wie seine Gelehrsamkeit vergrößerte überall den Kreis seiner wahrhaften Freunde und aufrichtigen Bewunderer. Auch gelehrte Gesellschaften bekundeten ihm rückhaltslos ihre Anerkennung. Bei Gelegenheit des Orientalistenkongresses, der 1889 unter dem Präsidium des wegen seiner Vorliebe für orientalische Studien bekannten Königs Oskar in Stockholm und Christiania stattgefunden hat, wurde ihm zusammen mit Theodor Nöldeke die große goldene Medaille als Anerkennung seiner Arbeiten auf dem Gebiete der vorislamischen Kultur der Araber zuerteilt. Die Universität Cambridge erteilte ihm 1902 dem Grad des Doktor litterarum honoris causa und die Universität Aberdeen (1905) den des Doktor juris. 1904 gehörte er zu den nach St. Louis als Gäste eingeladenen europäischen Koryphäen der Wissenschaft und 1907 wurde er zur Abhaltung eines Vortragszyklus über die Geschichte des Islams zum zweiten Male nach Amerika eingeladen, jedoch konnte er aus Gesundheitsrücksichten die Reise nicht unternehmen. 1902 erschien der damalige ägyptische Prinz und gegenwärtige König Fuad persönlich in Budapest bei ihm, um ihn zur Abhaltung von Vorlesungen an der Universität Kairo einzuladen. 1910 wurde sein sechzigster Geburtstag von seinen Schülern mit einer Festschrift in ungarischer Sprache begangen, wobei ihm über 350 Gelehrte in einer Adresse aus fast allen Ländern der Welt in europäischen und morgenländischen Sprachen ihre Huldigung dargebracht haben. Im folgenden Jahre wurde von seinen europäischen und amerikanischen Freunden und Verehrern sein vierzigstes Dozentenjubiläum gefeiert. Bei dieser Gelegenheit ist ihm auch eine von Prof. Bezold-Heidelberg redigierte und von Prof. Nöldeke eingeleitete Festschrift im Beisein von hervorragenden Orientalisten, die aus verschiedenen Ländern herbeigeeilt waren, feierlich überreicht worden. Auch der Senat der Budapester Universität und das Präsidium der Akademie überbrachte ihm begeisterte Begrüßungsadressen. Daß Goldziher auch mehreren gelehrten Gesellschaften angehörte, versteht sich von selbst. Das Erhebende dabei ist aber, daß er niemals nach Ehren gestrebt hat und daß ihm trotzdem so zahlreiche und so hervorragende Auszeichnungen zuteil wurden wie kaum einem andern Gelehrter!. Außer der ungarischen Akademie hat ihn auch die Kopenhagener Akademie zum ordentlichen Mitgliede gewählt. Ferner war er korrespondieren-

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