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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 5-6 · p. 358

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Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 5-6
Article
Eine hebräische Fachzeitschrift für Landwirtschaft [Rezension]
Date
1924-01-01
Page
358 (sequence 5)
Language
German
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35» Umschau: K olonisation 2. Eine gute und gewisse Qualität des palästinensischen Tabaks anzustreben. 3. Eine bestimmte „Marke" des palästinensischen Tabaks zu erzeugen und auf dem Weltmarkt einzuführen. Die schnelle Verbreitung des Tabakbaus in Erez-Israel beruht einerseits auf dem guten Gedeihen unter den natürlichen Bedingungen des Landes, andererseits auf den wirtschaftlichen Vorzügen: einer günstigen Arbeitsverteilung und einer guten Geldnebeneinnahme für die neugegründeten, noch nicht basierten Wirtschaften. Die Tabakpflanzergesellschaft, die sich mit der Organisierung, Verbreitung und Verbesserung des Tabakbaus durch Beratung von Instruktoren, Samenbezug usw. beschäftigt, hat auf ihrer Tagung in Pethach-Tikwah einen im Sinne der These 1 (siehe oben) lautenden Beschluß gefaßt, daß jedes Mitglied der Gesellschaft (unter Strafe des Ausschlusses beiNichtbef olgung), nicht mehr als 1 o Dunam anbauen darf. Wenn es so durch rechtzeitige Organisierung und Schaffung eines ausländischen Marktes gelingt, den Gefahren der Überproduktion vorzubeugen, dann ist ein guter Erfolg auch für das nächste Jahr zu erhoffen. Der zweite Aufsatz des Heftes von Arjeh Silbermann ist ebenfalls dem Tabak gewidmet und gibt Anweisung über seine Bearbeitung: der erste Teil beschäftigt sich mit dem Boden und der Aussaat im Mistbeet. M. Schulmann in Jabniel schreibt über die „Zeit der Kartoffelaussaat". Zunächst beschäftigt sich der Verfasser mit der Saatmethode (nach seiner Erfahrung ist im schweren Boden des unteren Galil das Auslegen in Furchen und Zuschütten mit dem Pflug besser als das Legen in „Gruben"). Dann geht er auf die Saatgutfrage ein. Wegen der Sommerhitze wird das Saatgut jedes Jahr frisch aus dem Ausland (meist aus Marseille) bezogen. Von Seiten der Landwirte wird noch zu wenig Wert auf die Sortenfrage gelegt, und da keine besondere Nachfrage nach ausgewählten Sorten besteht, bringen die Händler nicht die für das Klima passendsten Sorten in das Land, sondern diejenigen, die auf dem Markt am billigsten sind: meistens ein buntes Gemisch verschiedener Sorten. So kommen krasse Beispiele vor, daß zwei Bauern zur selben Zeit, auf demselben Feld, mit denselben Arbeitsmethoden Kartoffelniegen und der eine einen guten Ertrag hat, während es dem zweiten völlig mißlingt: bloß weil der „Zufall" ihm eine andere Sorte in die Hand gespielt hat. Nicht alle in Europa gedeihenden Sorten bringen in Palästina gute Erträge; der Verfasser fordert Kartoffeln mit kurzer Vegetationsdauer (Frühkartoffeln) und flachem Knollenansatz. Bei der großen Bedeutung der Kartoffel für die menschliche Ernährung spielt sie inf Anbau eine viel zu kleine Rolle: ein Hindernisgrund ist sicher der unzuverlässige und teure Saatenbezug. Hier könnte sich — wie auf vielen anderen Gebieten, — die Möglichkeit einer dankbaren Arbeit bieten, wenn man bestimmte, mit Namen bekannten Sorten jährlich nach Palästina zur Prüfung auf ihre dortige Anbaumöglichkeit (unter verschiedenen Böden und Verhältnissen) schicken und dann eventuell in Deutschland nachbauen würde. Natürlich erfordert dies vorherige wissenschaftliche Beratung, ob und wie das vom pflanzenphysiologischen Standpunkt möglich ist, dann jahrelanges, systematisches Arbeiten und großen Aufwand an Mühe und Kapital, bis sich vielleicht Erfolge einstellen können. Aber auch nur die Privatunternehmer können auf Erfolg hoffen, die es verstehen, auf die wirklichen Bedürfnisse der Landwirtschaft einzugehen und dem Landwirt durch Lieferung ausgeprobter und garantierter Sorten zu helfen. Der Handel mit Saatgut müßte mit Versuchstätigkeit im und außer Lande verbunden sein. Auch der drittnächste Artikel von Ephraim Cohen behandelt die Saatgutfrage unter dem Titel: Gemüsesamenzucht. Hier ist man noch viel zu viel vom teuren und unsicheren Import abhängig, ohne daß ein natürlicher Zwang hierzu, wie bei der Kartoffel, besteht. Der Verfasser gibt Anleitung für die Erzielung von Samen der verschiedensten Gemüsearten. Die „Materialien von der Ausstellung in Mikweh-Israel" bringen diesmal reiches Zahlenmaterial von Versuchen über die Frage, welche Kulturen und welcher Anbau auf Flächen möglich ist, die jahrzehntelang durch Pflanzungen ausgenützt worden sind.— Mose he Stasky gibt in „Landwirtschaftlichen Gesprächen" für die im Lande neu eingewanderten Ansiedler Erläuterungen über den arabischen Pflug und seine Arbeitsweise.

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