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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 5-6 · p. 357

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Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 5-6
Article
Eine hebräische Fachzeitschrift für Landwirtschaft [Rezension]
Date
1924-01-01
Page
357 (sequence 4)
Language
German
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Umschau: Kolonisation 357 zeichnisse" keine Erfahrung, und ohne Erfahrung kein Fortschritt, das ist der Sinn dieses Aufsatzes, der ein bei uns sehr wichtiges kulturelles Problem anrührt. An diesen Hauptteil des Heftes, der jedesmal eine gute Zusammenstellung von Aufsätzen über je ein Thema des Ackerbau, Milchwirtschaft, Garten, Pflanzungen, Hühnerzucht, Bienenzucht, landwirtschaftliche Maschinenkunde usw. bietet, schließt sich der „kleine Teil", der eine bunte Fülle von Wissenswertem aus allen Gebieten mitteilt: Unter „Ergänzungen" eine Anfrage über Arbeitsweise eines Traktor, als Ergänzung zu einem früher erschienenen Aufsatz. Unter „Vorschlag" eine Anregung zu Versuchen mit Korbweidenkultur. Die Herstellung der Körbe ist bis jetzt ganz in arabischen Händen und wird von Juden nicht ausgeübt. Unter „Bibliographie" Besprechung des jüngst erschienenen „Jahrbuchs von Erez- Israel", in dem einige Aufsätze über Landwirtschaft und verwandte Gebiete enthalten sind. Unter „Aus der Fachliteratur": Auszüge aus demBericht der kalifornischen Versuchsstationen über Orangendüngung, Auszüge aus französischen Zeitschriften über Keimkraft frischer Samen, Tomatenkulturen und ähnliches, Auszug aus der „Landwirtschaftlichen Revue von Nordafrika" über Ertragssteigerung der Oliven durch Kunstdünger. Unter: „Die Landwirtschaft in der Welt" die verschiedensten Notizen über landwirtschaftliche Kongresse, Anbaustatistiken, Erntemengen, Forschungsergebnisse, Erfahrungen usw. Es folgt ein Bericht über die wissenschaftlichen Vorträge, die zu Sukkoth auf der allgemeinen Versammlung des Vereins der Agronomen in Tel Awiw gehalten wurden. (Zwei Vorträge über Schädlinge und Pflanzenkrankheiten, ein Vortrag über Futtergrasbau und ein Vortrag über Tabakbau.) Unter „Wissenswertes und Praktisches" verschiedene Nachrichten: Bekanntmachungen des Merkas chaklai, Sitzung des Waad hachaklai', Statistik der Meteorologischen Station usw. Zum Schluß fehlt nicht der „Briefkasten": »»Fragen und Antworten", in dem alle Probleme des praktischen Lebens und der Arbeit zur Sprache kommen. So gibt uns „Hassadeh" einen reichen Einblick in das landwirtschaftliche Leben Palästinas und zeigt, wie — trotz der schweren Lage — gearbeitet, geschaffen wird und man vorwärts schreitet. Auch das zweite Heft dieses Jahrgangs enthält so viel Wissenswertes, daß sich eine ausführliche Besprechung verlohnt. Der erste Aufsatz von A. Krause (Leiter der landwirtschaftlichen Schule in Mikweh-Israel) gibt einen Überblick über die wirtschaftlichen Aussichten des Tabakbaus in Palästina für das nächste Erntejahr. Jahr Zahl der Anbausteilen Gesamtertrag kg Preis pro kg in Piaster 1920/21 3921/22 1922/23 1923/24 3 20? nach Schä * 200—300 6000—7000 60000—70000 zung: 300 000 40—50 20—30 30—40 Bedarf der palästinensischenTabakindustrie: bei einer Beimischung von einheimischem Tabak in Zigaretten von 20% 70000 kg von 50% 150000 kg. An Hand obiger Statistik zeigt der Verfasser die Entwicklung des Tabakbaus in Palästina. Wir sehen, daß die Produktion 1922—23 gerade dem Bedarf der palästinensischen Industrie entspricht, die mit einer Beimengung von 20% einheimischem Tabak zu 80% ausländischem Tabak zur Zigaretten« fabrikation arbeitet. Für das nächste Jahr schätzt der Verfasser die Anbaufläche fünfmal so groß ein, und selbst wenn die Industrie die Beimischung an palästinensischen Tabak auf 50% erhöhen würde, wäre der Bedarf doppelt überschritten. Es besteht also die Gefahr des Überangebotes, das den Tabakanbauern „die Preise bis zu einem Maße drücken kann, daß sie mit Schwierigkeit ihre Arbeitsausgaben decken können". Demgegenüber schlägt der Verfasser vor: I. Die Zahl der Dunam Anbaufläche jedes einzelnen Tabakbauers zu verkleinern (aber auf keinen Fall die Zahl der Anbausteilen selbst zu verkleinern!) Hierdurch erreicht man zweierlei: a) Verkleinerung der Gesamtanbaufläche des Tabaks, b) die Produktion bekommt mehr „Familiencharakter", die Arbeit ist daher billiger und kann mehr Qualitätsarbeit sein.

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