Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 8 (1924)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Eine hebräische Fachzeitschrift für Landwirtschaft [Rezension]
- Date
- 1924-01-01
- Page
- 356 (sequence 3)
- Language
- German
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35* Umschau: Kolonisation 5 Piaster gelöst werden, muß ein Huhn 84 Eier jährlich legen, um die Kosten der Ernährung zu decken, ca. 100 Eier, die Kosten für Stall und Medizin hinzugerechnet (ohne Arbeitsunkosten), und mehr als 100 Eier, um die in Erez- Israel häufigen Ausfälle durch Krankheit zu bezahlen. Demgegenüber legt aber das arabische Landhuhn weniger als 100 Eier, ist also für die Haltung in besonderen Geflügelhöfen und -wirtschaften nicht geeignet. In Palästina werden die Marktpreise in Eiern durch das Angebot der Fellachen bestimmt, deren Hühnerhaltung primitiv und billig ist: das Huhn sucht sich auf dem Hof selbst seine Nahrung. Für verbesserte Qualitätsware ist aber kein Liebhaberkreis vorhanden, der höhere Preise anlegen würde. Der Verfasser stellt folgende Thesen als Zusammenfassung seiner Anschauung auf: „x. Die Geflügelhaltung als Spezialwirtschaft kann keinen Gewinn bringen, da die Konkurrenz der billigen, arabischen Produktion vorhanden ist. Ein oder zwei Wirtschaften dieses Typus (sog. Geflügelfarmen) können mit Erfolg eingerichtet werden, wenn sie unter fachmännischer Leitung stehen und gute Bruteier sowie Kücken zur Aufzucht hervorbringen. Vielleicht können zwei Geflügelfarmen in der Nähe von Jerusalem existieren, wenn sie eine Zahl von Konsumenten finden, die höhere Preise für Qualitätsware anlegen wollen. 2. Die Geflügelhaltung als Nebenzweig der gemischten Landwirtschaft ist ohne Zweifel vorteilhaft und von Nutzen. 3. Die Kwuzah wird dann Einnahmen von der Geflügelhaltung erzielen, wenn sie diese nach der Art der Bauernhöfe (d. h. mit freiem Auslauf), aber in einer der größeren Abfallmenge entsprechenden vergrößerten Zahl einrichtet. In Anbetracht des höheren Verbrauchs in der Kwuzah kann diese sich auch mit Geflügelhaltung (in Geflügelhöfen als besonderer Zweig) beschäftigen, aber zunächst nur in kleinem Maßstab anfangen und dann erst im Laufe der Zeit vorsichtig vergrößern." Der Verfasser sieht den Hauptweg zur Hebung der Rentabilität in der Heranziehung guter Legerinnen. Hierfür gibt es «drei Möglichkeiten: x. durch Auslese des arabischenLandhuhns. Ein Weg, der zwar sicher ist, aber lange währt, bis er zum Ziel führt. Vorteil: Gewohnheit der Hühner an das Klima. 2. durch Einfuhr guter, rassereiner Zuchtlegerinnen aus dem Ausland. Schneller Weg, aber Schwierigkeit der Akklimatisation. 3. durch Kreuzung des arabischen Landhuhns mit Rassehühnern. Die landwirtschaftliche Versuchsstation beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Auslese und Züchtung der Hühner, um auf diese Weise die Geflügelhalter zu unterstützen und zu fördern. Der folgende Aufsatz von Sch. Weinst e i n e r gibt praktische Anleitung zur Zucht und Aufzucht von Arbeitsvieh. Es folgt ein Auszug und Übersetzung eines Aufsatzes des kalifornischen Forschers H. S. F a w c e 11 „Die Komoskrankheit der Zitronen in Kalifornien". Die Kenntnis der Anzeichen, Bedingungen der Entstehung, Vorbeugungs- und Bekämpfungsmittel dieser Krankheit sind auch für den palästinensischen „Pardessan" (Orangenpflanzer) von Wichtigkeit. M. Fuchsowski schlägt eine neue Veredlungsmethode der Mandelbäume vor, die das häufige Absterben des jungen Baumes bei der jetzigen Methode verhindern und den Baum besser zur Entwicklung bringen soll. Die in den früheren Jahrgängen begonnene Reihe „WälderÜberreste in Palästina" von Banut Zisik wird mit einer ausführlichen Biographie der Steinweichse (Cerasus mahaleb L.) fortgeführt. Seew Wilnai gibt eine historische Skizze über das ehemalige Vorkommen der Sykomore (Feigenart) und des Maulbeerbaums in Palästina an Hand von Bibel und Mischnah. In der Aufsatzreihe „Wissenschaftliche Hilfe für unsere Wirtschaften" weist Sch. Sburai auf die Bedeutung des Ausbaus der landwirtschaftliche Buchführung hin: Nur durch eine Statistik der Ereignisse, die im Laufe des Jahres auf die Wirtschaftszweige einwirken (Regen, Pflanzenkrankheiten usw.), der Kulturmaßnahmen (Saatmethode, Zeit der Aussaat usw.), der charakteristischen Daten der Entwicklung der angebauten Kulturen (Sprossen, Blüte, Reife usw.) kann Erfahrungsmaterial gesammelt werden, das als Grundlage zur Verbesserung der Wirtschaft und Beseitigung der Fehler dienen kann. Dies ist auch die Voraussetzung für eine wissenschaftliche Wirtschaftsberatung von Seiten der Versuchsstationen oder von Agronomen. Ohne „Ver-