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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 5-6 · p. 342

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 5-6
Article
Jüdische Museen
Date
1924-01-01
Page
342 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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342 Erich Toeplitz : bibliothek zur Aufstellung gekommen. Die Stiftung des verstorbenen Philanthropen F. D. Mocatta in London ist der „Anglo Jewish Historical Society*' zur Gründung des , Mocatta-Museum and Library" übergeben worden (leider ist über den derzeitigen Zustand keine Auskunft zu erlangen). Der um die Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler verdiente Matthias Bersohn hat seine wertvollen jüdischen Kultusgegenstände der Synagoge zu Warschau, und Herr Gieldzinsky hat seine mehr als 80 Nummern enthaltende Sammlung der Synagoge zu Danzig zur dauernden Aufbewahrung überwiesen. Das historische Museum in Frankfurt (die Gegenstände sind jetzt im Museum jüdischer Altertümer untergebracht) und das Bayrische Nationalmuseum in München enthalten ein paar Schränke mit alten jüdischen Gegenständen. Einzelne schöne Stücke besitzt das Hamburgische Museum für Kunst und Gewerbe, zahlreiche jüdische Ringe das Museum der Kunstgewerbeschule Pforzheim (Sammlung Jeidels), und vereinzelt fast jedes Museum den einen oder den anderen jüdischen Gegenstand. Besonders hervorzuheben ist das Luitpoldmuseum in Würzburg, das neben ein paar Schränken mit jüdischen Altertümern der ausgemalten Holzsynagoge aus Kirchheim Unterkunft gewährt. Zahlreiche illustrierte Handschriften besitzen das Britische Museum in London, die Nationalbibliothek in Paris, die Boiliian Library in Oxford, die Rossiana in Wien, die Staatsbibliotheken in Berlin und München und die Stadtbibliotheken in Frankfurt a. M. und Hamburg. Photographische Aufnahmen aus den Beständen dieser Institute gemacht, und damit das Interesse und das Verständnis für den Bilderschmuck hebräischer Handschriften und ihre Erhaltung gefördert zu haben, ist das Verdienst der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler. Urkunden und andere historische Dokumente befinden sich teilweise im „Gesamtarchiv der Deutschen Juden4' in Berlin, vereinzelt in allen Archiven der jüdischen Gemeinden und des Staates. Alle anderen historischen Dokumente sind über die ganze Welt verstreut, und nur die wenigsten sind erhalten. Die wissenschaftliche Arbeit im Museum ist untrennbar von jedem ordentlichen Museumsbetrieb. Sammlungen, in denen nicht gearbeitet wird, veralten rasch und sind bald für die Volksbildung unbrauchbar. Zur Arbeit gehören nun einmal Originale, Handbücher, photographisches Vergleichsmaterial und vieles andere, was meines Wissens in der Art nirgends so reichhaltig wie in Frankfurt zu finden ist. Deshalb scheint eine Zusammenfassung aller jüdischen Museen unter einen jüdischen Museumsverein mit dem Sitz in Frankfurt a. M. sehr erwünscht, zumal auch die zentrale Lage hierbei sehr vorteilhaft wäre. Ließe sich dieses Projekt durchführen, was bei einigem guten Willen möglich wäre, so würde eine Gewähr für eine systematische und wissenschaftliche Erfassung des gesamten mitteleuropäischen Museumsbesitzes an Judaica angebahnt. Könnte man dazu noch sämtliche Bibliotheken und Archive, die jüdische Objekte besitzen, heranziehen, so wäre endlich die Grundlage

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