Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 8 (1924)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Jüdische Museen
- Date
- 1924-01-01
- Page
- 341 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Jüdische Museen 34i Institut ist, das auch eine eigene wissenschaftliche Leitung besitzt, die für dauernde wissenschaftliche Arbeit und wechselnde Ausstellungen sorgen kann. Dies Museum macht auch, trotzdem es eine Gründung der,, Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler'' ist, den Versuch, mindestens die örtliche jüdische Geschichte und, wenn später angängig, die jüdische Geschichte Deutschlands durch Originale und Kopien der Öffentlichkeit bekannt zu geben. Wenn auch die leider nicht zu vermeidende und durchaus verständliche Rivalität der Großgemeinden dem Gedanken eines „Jüdischen Zentralmuseums für Mitteleuropa in Frankfurt a. M." entgegensteht, so dürfte doch auf ein viel größeres Interesse für diese einzigartige Gründung gerechnet werden, als es leider bisher der Fall war. Kommt doch ein so zentral gelegenes Museum nicht nur für den örtlichen Bereich in Betracht, und hat diese ständig zugängliche Sammlung für die Reisenden aus allen Ländern heute bereits eine große Anziehungskraft. Selbstverständlich haben alle Sammlungen sowohl bei den Großgemeinden, als auch bei den staatlichen Museen eine innere Berechtigung und werden vom Museum jüdischer Altertümer in Frankfurt a. M. gerne und jederzeit mit Rat und Tat unterstützt. Solche Sammlungen gibt es in allen Ländern und Erdteilen, sie dienen entweder ethnographischen, kunsthistorischen, kultur- oder religionskundlichen Zwecken; vor allem sollen sie der Allgemeinheit, den Juden und besonders der heranwachsenden jüdischen Jugend als Lehrmittel dienen. Neben die toten Buchstaben der Bücher und die kalten Abbildungen wollen sie die Freude am Eindruck des wirklichen Originals und seiner besonderen Eigenheit setzen, eine lebendige Vermittlung sein zwischen der toten Vergangenheit und dem Beschauer. In Paris ist die reichhaltige und qualitätsmäßig ausgezeichnete Sammlung Strauß in einem Räume des Musee Cluny aufbewahrt. In London, wo seinerzeit die Anglo-Jewish Historical Exhibition stattfand, haben die beiden führenden Museen schöne Kultusgegenstände, besonders prächtige Ringe aus der Renaissancezeit. Das Museum in Washington hat eine meist aus sephardischen Stücken bestehende jüdische Sammlung; verschiedene kleinere jüdische Sammlungen sind bei den Universitätsmuseen in Amerika untergebracht. In Prag sind im Museum des Gemeindehauses eine Reihe jüdischer Kultusgegenstände und einige Urkunden und Bilder ausgestellt. In Wien ist das Museum der „Gesellschaft zur Konservierung jüdischer Altertümer" in mehreren Räumen untergebracht; ein Raum ist in eine ländliche jüdische Bürgerstube aus der Biedermeierzeit umgewandelt, in den übrigen Zimmern sind Kultusgegenstände aus älterer Zeit ausgestellt, dazu alte Kupferstiche von Kultusbauten, jüdischen Friedhöfen und Porträts berühmter Rabbiner. Eine Reihe geeigneter Kultusgegenstände befindet sich wohlgeordnet in der Synagoge in Worms. In einem Raum in der Synagoge zu Braunschweig ist ein Grundstock für eine lokale Sammlung dieser Art. Der Besitz des um die Geschichte jüdischer Künstler hochverdienten Dresdener Rentners Albert Wolfs ist in der Berliner Gemeinde-