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Der Jude · 1924-01-01 · Heft 5-6 · p. 287

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 5-6
Article
Bei den Kommunisten in En Charod
Date
1924-01-01
Page
287 (sequence 4)
Language
German
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Bei den Kommunisten in En Charod 287von den floristischen Versuchen, die gleichzeitig von den Engländern (in Jerusalem und Akko), von der „Ica" (in Galil und Schomron) und vom Keren Kajemeth in der großen landwirtschaftlichen Versuchsstation Mikwe Israel angestellt werden. Um y23 Uhr begeben sich L. und Rahel zu ihrer Arbeit in die Pflanzungen, und ich mache einen zweiten Rundgang. Die Stallungen sind voll Vieh, eine Zahl Rinder ist in einem Pferch im Freien untergebracht. Für die meisten wirtschaftlichen Fächer sind Betriebe vorhanden: Wäscherei, Bäckerei, Milchverwertungsanlage, Schusterei und Schneiderei (letzte erst im Anfang; sie sollen erweitert werden). Alle Reparaturen werden: gemacht, die Schlosserei verfertigt alle einschlägigen Arbeiten, die Tischlerei erzeugt Möbel auch für andere Siedlungen. Eine große Geflügelzuchtanlage ist eben fertig geworden; auf der zu ihr führenden, neuangelegten Straße arbeitet die Straßenwalze, die mit Öl betrieben wird. Am Bach ist der Motor installiert, der die Pumpe treibt. Nicht weit von hier der zahlreiche Bienenstand. Ein Steinhaus wird gebaut — ein Mädchen führt die Maurerarbeit an. Nebenan in einer Magazinbaracke entdecke ich zwei rote Fahnen, die* wie mir ein Genosse sagt, bei freudigem Anlaß auf dem Gebäude des Waad aufgepflanzt werden. Abseits vom Zeltlager ist in einem Bretterhaus das Spital untergebracht, in dem ein Arzt, eine Zahnärztin und eine Krankenpflegerin arbeiten. Ich erfahre, daß in En Charod jetzt 161 Menschen wohnen. Sie sind zum größten Teil zwischen 22 und 25 Jahren alt; 110 vom Gdud Haawodah, aus dem sie ausgetreten sind, etwa 40 von der Chewrath ha Emek, der Rest Neue. En Charod war ein arabisches Dorf, inmitten des Sumpfes gelegen, im Herzen des Todes; seine Bevölkerung siechte an Malaria und Schwarz« Wasserfieber dahin. Die Überlebenden zogen ins Bergdorf Nuris. Auf diesen Platz wurde der Gdud geschickt, damit er ihn bewohnbar mache. Ein Zeltlager wurde errichtet, die paar Steinbauten, die mit dem Boden gekauft worden waren, wurden in Stand gesetzt, das Speisehaus aufgebaut und mit Eternit gedeckt. Aber vom ersten Tage an ging daneben die Drainagearbeit einher. Der Krankenstand schwankte zwischen 40 % und So% der Arbeitenden und stieg im letzten Monat vor der Regenzeit (im Oktober 1922) auf 60%. Gegenwärtig ist die Prozentzahl auf 30 gefallen, und man hofft, daß der Stand auch im Oktober gleich bleiben wird. Malaria tropica. Die Arbeitszeit ist dem Klima angepaßt: bei grauendem Morgen wird geweckt, um 5 Uhr begeben sich alle zu ihren Arbeitsörtern. Um y2n Uhr wird dann eine vierstündige Pause eingeschaltet und weiter bis in die Dämmerung gearbeitet — im ganzen 9—10 Stunden. Eine Viertelstunde entfernt, in der Talmitte, liegt das Häuschen mit dem roten Dach, das die Bahnstation vorstellt. Ich gehe dorthin auf einer gewundenen Feldstraße. Zu beiden Seiten wird gearbeitet: entweder an der

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