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Der Jude · 1923-01-01 · Heft 4 · p. 252

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
8 (1924)
Issue
Heft 4
Article
Jüdisch-Deutsche Bibelübersetzungen [Rezension]
Date
1923-01-01
Page
252 (sequence 4)
Language
German
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252 Umschau: Jüdische Wissenschaft spricht. 938 möchte ich st. v e r jeen Heber freien lesen. 2iiu st. ein k 1 e g - 1 i c h e r zu lesen ein kliglicher (hebr. maskil), 2132 st. di auf dich weiden 1. di auf dich weisen (hebr. torekha), 28317 st. flißkeit, das keinen Sinn gibt, 1. faleschkeit (Falschheit, hebr. §aw'). Diese, und manche andere Berichtigungen, deren Erwähnung hier zu weit führen würde, könnten am Schlüsse des als zweiten Bandes bald zu erwartenden Glossars noch nachgetragen werden. Der erste Teil behandelt zunächst die handschriftliche Glossenliteratur des XII. bis XV. Jahrhunderts, sodann zwei gedruckte Bibelglossare, das eine aus dem Anfang, das andere aus dem Ende des XVI. Jahrhundert stammend. Wo Glossen zu hebräischen Wörtern niedergeschrieben wurden, in Deutschland wie in Frankreich, geschah es in der Weise, daß zuerst das zu erklärende Wort — es könnten aber auch mehrere sein — als Stichwort angegeben wurde, sodann eine Übersetzung oder auch mehrere in der Landessprache folgten und zuweilen auch noch eine hebräische Belegstelle aus der Bibel oder aus dem Thalmud oder aus dem Thargum, mitunter sogar noch eine kurze exzyktische Bemerkung hinzukam. Aus derartigen Glossen zu einzelnen Bibelstellen haben sich nach und nach Bibelglossare herausgebildet, die ausschließlich für Unterrichtszwecke bestimmt waren. Die hebräischen Stichworte zu den einzelnen Glossen sind von Staerk nicht in der Ursprache, sondern in einer deutschen Übersetzung angegeben, die dem heutigen Stande der Bibelwissenschaft entspricht, wobei natürlich nicht immer der massoretische Text, sondern manchmal ein kritisch emendierter zugrunde gelegt wurde. Ich erblicke darin keinen Vorteil, sondern nur einen Nachteil. Den Leser der Glossen interessiert doch nur erstens, welche hebräischen Worte deutsch glossiert worden sind, zweitens was die deutschen Worte der Glosse bedeuten, drittens bei auffallenden Übersetzungen, warum der Glossator so eigenartig übersetzt hat. Das erste erfährt man mit voller Sicherheit nur aus dem hebräischen Stichwort des massoretischen Bibeltextes, das zweite ergibt sich in den meisten Fällen ohne weiteres von selbst, da es sich größtenteils um nicht mißzuverstehende deutsche Wörter handelt. Wo aber eine schwer verständliche jüdisch-deutsche Glosse in Frage kommt, haben Hebraist und Germanist zusammen die Entscheidung zu treffen, wobei die Heranziehung der modernen Übersetzung gleichfalls durchaus nicht zur Sache gehört. Das dritte endlich errät der Kenner des Hebräischen entweder schon aus dem hebräischen Stichwort oder er erfährt es aus der vom Glossator beigebrachten hebräischen Belegstelle oder ähnlich lautenden hebräischen Wortform, wobei wiederum die Übersetzung nach den neuesten Ergebnissen der Bibelforschung das Hebräische nicht zu ersetzen vermag. Ja, die starke Diskrepanz zwischen der deutschen Glosse und der modernwissenschaftlichen Übersetzung des Bibelw$rtes wirkt oft geradezu störend, das Verständnis erschwerend oder gar hindernd. Auch in den Fußnoten sind m. E. Hinweise auf die von der neuesten Forschung. angenommenen Lesungen und Deutungen überflüssig. Die jüdisch-traditionelle Worterklärung des Glossators mag wissenschaftlich noch so anfechtbar, noch so stark verfehlt sein, es besteht nicht die mindeste Veranlassung, ihr die neueste Übersetzung als erforderliche Korrektur entgegenzuhalten. Um die Worte eines mittelalterlichen Bibelübersetzers zu verstehen, der von moderner Bibelwissenschaft und Bibelkritik keine Ahnung haben konnte, bedarf es wirklich nicht der Erklärungen der neuesten Bibelexegese. Im Texte der Glossen selbst aber bilden sie, wie gesagt, mehr verwirrende als erklärende Zutaten, namentlich für den des Hebräischen unkundigen Leser. Das soll an einigen Beispielen dargetan werden. S. 9, Z. 12 v. u. die Glosse zu Jes. 1, 6 lautet: wurden nicht ausgedrückt] denn über ihre Wohnstätte wurde Schwefel und Feuer gestreut (Hiob 18, 15) beagkenaz s p r i w e t. Niemand versteht diese Worte der nicht weiß, daß das hebräische Stichwort z o r u durch die Belegstelle jezareh usw. (in der Bedeutung „streut") erklärt wird. Das der übersetzten Belegstelle aus Hiob vom Herausgeber vorangeschickte „denn" beruht auf einem Lesefehler. Es heißt in der hebr. Handschrift nicht ki (= denn), sondern keemo] (= vgl.), n24 Glosse zu 2. Sam. 22, 46 von ihren bürgen] von i r e n v e s r e n. Bedeutet etwa v e s r e n dasselbe wie bürgen? Nein, aber der Glossator hat das hebr. Stichwort mi-misgerothehem mit masger (Gefängnis) in Verbindung gebracht und darum mit v e s r e n , (Fesseln, vgl. 2015) übersetzt. Die Glosse 1225 muttermund] v u r m (?) bleibt unverständlich, weil nur

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