Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 8 (1924)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Erscheinung der Kindheit
- Date
- 1923-01-01
- Page
- 183 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Erscheinung der .Kindheit 183 Aus reiner Fassung her zu mir, Mein Wandeln fern behütend, zählend meine Schritte, So zittert her sein schimmernd Augenlid. Du fernes Ursprungsland, der Kindheit Rahmenstätte, Der Wurzel Erdreich mir und Geistes Quell, Du Kleinod meines Sehnens, meines Sinnens, Der Welt kostbarster Winkel, Erdenstaubs Erlesenheit — Vichts weiß ich Frischres mir als seinen grünen Rasen, Nichts Süßeres als seines Himmels Blau. Kostbarem Weine gleich verläßt nie seine Spur Mein Blut; und in der Brust blinkt ewig mir Sein erster Schnee — Du meiner Kindheit Land, mein erstes Erdenweilen, erstes Schaum Ein stiller Zauberkreis, noch kindhaft keusch, In Berg und Wald versteckt, Als wie ein Kind des Himmels und der Erde, Das seine Fährten in die Tiefen führt Und seine Pfade nach den goldnen Höhn — Das still die Tag und Nächte webt, Des Morgens und des Abends Quellen — — Fürwahr! auch er, an seiner Erdenstelle, Mit aller eingegrabnen Spur, Wie sie ins Herz mir Gottes Finger grub, Wie ich sie trage bis an Zeit- und Raumesrand, In Frühlingswonne, Sommerhelligkeit, In Herbstes Trübe oder Winters Trotz — So rein wie einst, nur mit den Wesen rings erstarrt, Schweigsam dem Tagesglanz und Nachtgeheimnis — So wahrend meines Mundes reinen Hauch Und hütend all mein Ehrfurchtsbeben Im Schöße jedes Steins, In jedes dunkeln Winkels Heimlichkeit — Im Zittern des verwehnden Blatts, Und wo des Wölkchens Schatten sich verhaucht. Noch halten seine Wälder ihre Wacht Und weben ihrer Schattenspiele Flechtwerk, Kein Zweig verschwunden und gelöst kein Netz,