Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 8 (1924)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Emigration und Immigration
- Date
- 1923-01-01
- Page
- 69 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Emigration und Immigration 69 in Kooperativen arbeiten. Eine unzweifelhafte Förderung der Industrie ist in der Bewegung „Lemaan Tozereth haarez" (für heimische Industrie) zu erblicken, die zu Peßach in einer großen Ausstellung in Tel Awiw alles bisher im Lande in dieser Hinsicht Geleistete zusammenfassen wird. In diesem Zusammenhang sei. erwähnt, daß 40% aller Produkte, die der „Maschbir" im letzten Jahre verkauft hat, im Lande hergestellt wurden. Dieser Prozentsatz kann mit dem Beginn der Arbeiten der Ölfabrik, der Salzfabrik, der Zementfabrik, größerer Textilbetriebe wesentlich vermehrt werden. Mit Beginn der Arbeiten der großen Mühle tritt die Getreidebearbeitung im Lande selbst in den Vordergrund, nachdem der Verkauf der Milch der landwirtschaftlichen Kooperativen durch den Maschbir in den Städten in weitem Umfang gelungen ist. Auch die Möbelfabrikation ist heute im Lande vertreten; viele dieser Versuche, auch wenn viele andere gescheitert sind und noch scheitern werden, können als Vorboten einer neuen Epoche betrachtet werden. Die organisierte Arbeiterschaft ergreift diese Losung und sucht sie zu verwirklichen. Der Entschluß der „Amerikanisch-Jüdischen Trade Unions", in kurzer Zeit 150000 Dollar für die kooperative Bewegung im Lande aufzubringen, die Übernahme der „Kapaj" (Kupat Poalim Iwrim) der Poale Zion durch die „Allgemeine Arbeiterorganisation" (Kapaj hat die Mehrzahl der Arbeiterkooperativen im Lande wie „Carmel" im Haifa (Tischlerei mit 60 Arbeitern), Amal in Haifa (Schlosserei und Schmiede mit 25 Arbeitern), Cheruth in Jerusalem (Installation mit 15 Arbeitern), Toeleth in Tel Awiw Schusterei mit 25 Arbeitern) ins Leben gerufen; der Beginn der Arbeit des „Komitees für das arbeitende Palästina" zu Gunsten von Kapaj in Europa, der Beschluß, an der Seite des „Maschbir" in allen Städten besondere Abteilungen zwecks Förderung der Produktion der landwirtschaftlichen und industriellen Kooperativen zu bilden, die unterdes ihre Arbeit begonnen haben, die Zusammenfassung der 20 vorhandenen, zum Teil allerdings kleinen und schlecht basierten, industriellen Kooperativen in einem Zentralorgan, die Begründung der Gesellschaft „Solelboneh" („Misrad l'Awodoth Ziburioth" x), für die im Lande selbst innerhalb 2 Monaten gegen 10000 Halbpfundaktien verkauft wurden (bekanntlich beschloß die letzte Aktionskomiteesitzung, gegen 2000 j£, die Solelboneh im Lande aufzubringen habe, 8000 £ als Grundkapital der Gesellschaft zur Ver-zügung zu stellen), der endliche Erwerb größerer Steinbrüche in Jerusalem, die dauernde Arbeit und die Eroberung einer neuen Industrie in jüdischer Hand versprechen; und vor allem der feste Wille der Histadruth, zugleich mit der in die Wege geleiteten Ansiedlung hunderter städtischer Arbeiter in Arbeitersiedlungen die kooperative Industrie in diesen Siedlungen in den Vordergrund der Arbeiten der Histadruth in der nächsten Zeit zu stellen: all dies zeigt, zusammen mit der Beschleunigung der Arbeit für Keren Kajemeth und landwirtschaftliche Besiedlung, die Wegrichtung, in der der Jischuw in nächster Zeit zu gehen gedenkt, um einer Wiederholung der Emigration *) S. darüber meinen' Aufsatz im „Juden", Heft 10, Jahrg« 6.