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Der Jude · 1923-01-01 · Heft 12 · p. 703

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
7 (1923)
Issue
Heft 12
Article
Saul
Date
1923-01-01
Page
703 (sequence 13)
Language
German
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Saul 703 die aus einem der vornehmsten Geschlechter Südjudas stammte, einen festen Stützpunkt in der Gegend von Chewron fand. Da rafft Saul die letzte Kraft zusammen. Er glaubt jetzt sicher zu sein, daß David mit Jonathans Unterstützung nach dem Throne strebe. Der Dämon in seiner Brust, den trüben Bann stummen Versinkens brechend, drängt ihn zu letzten Taten der Rache. Sein erster Schlag trifft die Priesterschaft von Nob. Vor einem Kriegsrat Benjamins beschuldigt Saul in steigender Erregung nicht nur David, sondern auch Jonathan und die anderen Benjaminiten des Verrats.1) Niemand antwortet, niemand verteidigt sich, doch Doeg, der Edomiter, berichtet von der Begegnung Davids mit Achimelech. Der König läßt die Eliden holen und schleudert ihnen das Todesurteil ins Gesicht. Die Benjaminiten lähmt das Entsetzen, keiner rührt die Hand, den Blutbefehl zu vollstrecken. Doch Doeg, der Edomiter — was ist ihm Israel? — erfüllt den Willen König Sauls: 85 JHWH-Priester fallen durch sein Schwert. Nur einer, Ewjathar, des Achimelech Sohn, entkommt zu David. Doch Sauls Schergen folgen ihm und fordern von Juda die Auslieferung Davids und Ewjathars. Juda steht vor der Wahl zwischen Saul und David. Es entscheidet sich für Saul, dem es seine Freiheit verdankt. So mächtig lag der Bann dieses Mannes über Israel. David kommt seinen Landsleuten zuvor. Er verläßt Israel, begibt sich zum Philisterkönig Achisch von Gath und empfängt von ihm Ziklag, das im Süden des Landes liegt, unter dtr Bedingung zum Lehen, die Judäer, seine Brüder, zu bekriegen. Und David zieht auch wirklich mit seiner Truppe aus, doch nicht gegen Juda, sondern gegen Amalek kämpft er, das wieder auf gestandene. So wird ihm doppelter Gewinn: sich haltend schlägt er seines Stammes Erbfeind und setzt Sauls Einfluß in Juda matt. Doch die Philister rüsten zum entscheidenden Schlag gegen Israel. Der Lehnsmann muß die schwere Pflicht erfüllen, muß die Waffen gegen Israel erheben. David erzittert. Aber die anderen Philisterfürsten erleichtern ihm die schlimme Wahl; den Volksfremden fürchtend, senden sie ihn heim. Zurückgekehrt findet er Ziklag von den Amalekitern ausgeraubt. Er setzt den Räubern nach und sendet die abgenommene Beute den Brüdern von Juda, die den Wink verstehen. Doch eben zieht Saul zum letzten Kampf. Und Juda wartet. Die Philister besetzten Jesreel. Saul erkannte die Gefahr. Er wußte auch, daß der Augenblick gekommen war, das Spiel zu enden. In seiner Seelennot zog es ihn zu Samuel. Doch Samuel war tot. JHWH blieb stumm. Da entschloß er sich zu tun, v/as er selbst bei schärfster Strafe verboten hatte: Er wandte sich an eine Totenbeschwörerin, heimlich, in der Nacht schlich er sich zu ihr, und schaudernd erfuhr er, was er schon selbst wußte: daß der kommende Kampf sein letzter sei. Israel weicht, flieht auf das Gebirge Gilboah. Jonathan und Malkischuah *) I. Sam. 22, 6. fi

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