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Der Jude · 1923-01-01 · Heft 12 · p. 704

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
7 (1923)
Issue
Heft 12
Article
Saul
Date
1923-01-01
Page
704 (sequence 14)
Language
German
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704 Samuel Rappaport: und Awinadaw, Sauls Söhne, fallen. Saul selbst, verwundet, fühlt im letzten Augenblick das Leuchten jenes Geistes, der ihn im Anfang trieb* Er schleppt sich aus der verlorenen Schlacht und stürzt sich in sein Schwert. Israel aber erliegt von neuem. Die Städte in Jesreel und am Jordan werden von den Philistern besetzt. Israel im Westen des Jordan, auch Juda, wird ihnen wieder tributpflichtig. Aber aus dem freien Osten erscheinen des Nachts die Männer von Jabesch, holen den Leichnam ihres Retters von der Schandmauer zu Bethschean und bestatten ihn in Jabesch zur Ruhe. Saul, der König Saul, ward in Israel nicht vergesser. Und auch in Juda lebte sein Andenken weiter. Nach der Schlacht bei Gilboah kehrte David nach Chewron zurück und wurde von Juda zum König gesalbt, während die Philister ihre Hand auf das Land legten. Er war nur ein Lehensfürst der verhaßten Feinde, aber er wußte, daß er vollbringen werde, was Saul gewollt. Und in stiller Stunde* wenn der Waffenlärm erlosch, und ihn der Schmerz um die gefallenen Helden überkam, die seinem Herzen nahe blieben, dann ergriff er die Saite und sang das Leid Israels hinaus in die schweigendeNacht. SAMUEL RAPPAPORT / AUS DEM RELIGIÖSEN LEBEN DER OSTJUDEN VI. KRANKHEIT 5. Sündenbekennen Eines der Hauptmomente, die ein im Himmel bereits besiegeltes böses Verhängnis unter Umständen rückgängig machen können, ist die durch aufrichtige Reue und Buße angestrebte Rückkehr zu Gott: die Th'schubah1). Heißt es doch schon in der heiligen Schrift: „Es verlasse der Gottlose seinen Weg und der Frevler sein Sinnen und kehre zu Gott zurück. Er wird sich seiner erbarmen, denn Er ist groß im Verzeihen." 2) „Ich will nicht den Tod des Sterbenden, spricht Gott, kehret zurück, auf daß ihr lebet."8) Die Th'schubah kann die Zahl der Lebensjahre mehren und den Kranken genesen lassen 4). Wenn aber das Schicksal des Menschen nicht mehr zu wenden ist und er von dieser Welt scheiden muß, dann wird ihm noch immer durch die Kraft der Th'schubah die himmlische Gnade zuteil. Selbst wenn er sich im Leben die größten Sünden hat zuschulden kommen lassen, werden x) Tr. Rosch ha Schanah 16 B. 2) Jesaia 56, 7. 3) Ezechiel 17, 32. *) Tr. Jomah 86 B. Seder Eliahu Rabbah (editio Friedmann) Absch 18, Seite 94*

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