Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 7 (1923)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Kritische Übersicht über die neuere Literatur
- Date
- 1923-01-01
- Page
- 671 (sequence 5)
- Language
- German
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Umschau: Bibel Wissenschaft 671 weiligen Einteilungen x), 2), 3); 1 a), 1 b), 1 c); 1 a«, 1 aß, 1 ay usw. abgeschreckt fühlen. So wird in Kap. I erst der Begriff „messianische Weissagung" festgestellt und zwar 1) der Begriff „Weissagung", angefangen vom Angelsächsischen und Althochdeutschen, dazu als Unterabteilung, wieder mit dem Althochdeutschen angefangen, der Begriff der „Wahrsagung", 2) der Begriff des „Messianischen" und 3) der Gesamtbegriff „messianische Weissagung". Dann wird im zweiten Kapitel das antike Gesamtbild von Erscheinungen, an welche die messianischen Weissagungen des A. T. angrenzen, aufgerollt: die Römer, die Assyrer und Babylonier, die Kanaaniter, die primitiven und mongolischen Völkerschaften, die Indogermanen, die Hamiten und Semiten. Es folgt in einem dritten Kapitel der historischgenetische Zusammenhang der messianischen Weissagungen mit den vorgeführten Analogien und ihr Alter in Israel, und, nachdem wir in einem weiteren Kapitel eine Einleitung in die Geschichte und die besonderen Gesetze der Auslegung der messianischen Weissagungen erhalten haben, folgen nun endlich diese Weissagungen selbst, „geordnet nach ihrem Gleichlaufe mit den aufeinanderfolgenden Wendungen der Heils geschiente". Dabei wird man schwerlich in dem ganzen Buch nur einmal eine halbe Seite glatten deutschen Text haben. Es wird wenig Gelehrte geben, die das Buch ganz durcharbeiten wollen, geschweige denn Laien. Wohl aber ist es als Repertorium und Materialiensammlung nützlich und verdienstlich; obgleich es auch viel unnütze Spreu aufhäuft. Wie in anderen Werken richtet der Verfasser auch in diesem wieder einen bethlehemitischen Kindermord an, nur daß es schon totgeborene Kinder sind, indem er die ausgefallensten Meinungen und flüchtigsten Einfälle, die, und sei es auch nur in einer sonst unbekannten Zeitschrift des In- oder Auslandes, schon sterbend ans Licht getreten sind, mit großem Aufwand noch besonders hinrichtet. Obgleich er sich oft mit nüchternen und gesunden Ansichten in einen wohltuenden Gegensatz zu den gerade in der Mode befindlichen Hypothesen setzt und zwischen den Extremen die Mitte einhält, allerdings mit den Gebrechen jener Halbheit, die sowohl kritisch als gläubig sein und m beiden Lagern eine Stimme behalten will, vermissen wir doch oft in der Beweisführung J^d Polemik richtige Gewichtsverteilung, Präzision und Originalität. Er ist oft flüchtiger, als es die gelehrte Fülle vermuten läßt, und die Behandlung der Probleme ist keineswegs immer gründlich und tief genug. Seine Produktion hat nicht bloß nach der Massenhaftigkeit, sondern auch nach der Qualität etwas Fabrikmäßiges. Er zitiert ungeheuer viel, am meisten sich selbst und hat alles schon einmal oder öfter (natürlich immer richtig) gesagt; früher geschah dies in der Regel in „meiner Einleitung", jetzt in der „Geschichte der Alttestamentariseben Religion" oder der „Hermeneutik" oder „Stilistik" oder „Syntax". Nachweichen Grundsätzen er die anderen zitiert, ist nicht klar, vielleicht nach den Schriften, die ihm gerade zur Hand kommen. Daß, wer so viel und immer über dasselbe Gebiet schreibt, sich oft wiederholen muß, ist natürlich. Im letzten Paragraphen handelt er auch über „die Messiaserwartung in dem ältesten nachkanonischen, aber anerkannten Schrifttum des offiziellen oder rabbinischen Judentums". Aber das hätte er lieber nicht tun sollen, da er dieses Gebiet offenbar nicht beherrscht. Die Behandlung ist nicht nur sehr unzureichend und oberflächlich, sondern enthält auch unangenehme Versehen. Wahllos sind schon seine Literaturangaben. Für die Rabbinen wird auf die „Gesch. d. A. T.Rel." verwiesen, für die Targume auf „meine Einleitung" und Steuernagel, für die Sprüche der Väter auf „mein Schriftchen Talmud u. N.T.", für die Übersetzung der Schemone Essre auf Fiebig, für die fragments of a Zadokite Work nur auf Ed. Meyer, für die Pharisäer ausgerechnet auf M. Friedländer. „Die religiösen Bewegungen des Judentums" der ganz unnötigerweise bekämpft wird. Für alles dies gibt es ganz andere maßgebende Literatur. Das erste Wort des Gebetes Habinenu übersetzt er: „Merke auf uns" und versieht es noch mit der gelehrten Anmerkung: „Das Suffix ersetzt oft die präpositioneile Rektion (Syntax § 22)!" Er weiß also nicht, daß das Wort die vierte Beracha ersetzen soll mach uns einsichtig. Im A1 e n u übersetzt er J o z e r b' r e s c h i t usw. mit: „dem am Anfang Gestaltenden Erhabenheit zuzugestehen/' es scheint ihm also nicht bekannt zu sein, daß B'reschit im Neuhebräischen ein Begriff und als ein Substantiv Schöpfung zu verstehen ist: statt „Erhabenheit zuzugestehen" ist zu übersetzen: als den Großen zu rühmen. Der Satz zeigt also strengen Parallelismus der Glieder. Emet m a 1 - kenu heißt nicht: Wahrheit ist unser