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Der Jude · 1923-01-01 · Heft 7-8 · p. 425

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Journal
Der Jude
Volume
7 (1923)
Issue
Heft 7-8
Article
Die jüdische Gefahr
Date
1923-01-01
Page
425 (sequence 10)
Language
German
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Die jüdische Gefahr 435 vor dem nur die Auslese von Helden sich rettet, die in das Heilige Land zurückkehren. Es wird wohl eine große Zahl von Zionisten geben, die aus unbeirrbarer Wahrheit ihres Innern heraus mit lautem Mut der Behauptung Blühers zustimmen werden. Aber sie übersehen einen wichtigen Unterschied: den bewußter und unbewußter Fremdheit. Wer vor sich selbst und anderen seine Eigenart verleugnen und unterdrücken will, um jeden Preis seiner innersten Natur entgegenarbeitet, der kann gewiß nicht gesund an seiner Seele bleiben und auch nirgendwo ein wertvoller Genosse sein; dessen Zerrissenheit und Haltlosigkeit kann anstecken, kann schaden. Aber wer ganz und treu sein Wesen bekennt, seiner Art den reinsten und vollkommensten Ausdruck zu erringen strebt, der darf auch als Diener des Volkes, in dessen Kultur er hineingeboren ist, eine Aufgabe übernehmen, zu der ihn seine Kräfte locken und berufen, wenn er behutsam und gewissenhaft immer auf die Grenzen und Gefahren bedacht ist. Wo ein freies, gesundes Volk mit natürlicher innerer Ruhe, gefestigt^ seinen Weg emporschreitet, wird der aufrechte Jude wie jeder andere als Mitarbeiter willkommen und geachtet sein und wird mit jeder ehrlichen Tat nur nützen. (Man denke an England, Italien u. a.) Das Verhältnis zwischen dem deutschen und dem jüdischen Volk und Wesen entbehrt eines sonderbaren, fast geheimnisvollen Einschlags nicht. Es mag seine historische Erklärung haben, ist aber in seiner Auswirkung darum nicht weniger rätselhaft, daß die meisten Juden auf der Welt einen altdeutschen, rheinländischen Dialekt sprechen, mit einer Anzahl hebräischer und wenigen slavischen Brocken vermengt, — auch diejenigen, die bald acht Jahrhunderte fern in der Ukraine ohne Berührung mit Deutschen leben. Er ist ihre Muttersprache. Das nun aber ist keine Einmischung der jüdischen in die deutsche Art! Es ist vom deutschen Handel und von der deutschen Politik oft genug als wichtiger Vorteil gerühmt und ausgenützt worden. Am nächsten war die Idee des deutschen Volkes der des jüdischen in jener Entwicklungsphase, in der Schiller dem zerklüfteten Heimatland <er36 Potentaten den bekannten Trost zurief: Die Deutschen haben ihr Reich im Geiste und nicht auf der Erde. Von diesem Deutschtum ist Blüher nun freilich so weit als nur irgend möglich entfernt. Für ihn ist die Schicksalsidee des Volkes (des französischen wie des deutschen): die militärische Hegemonie in Europa. Den Juden sagt er nach, sie seien immer zugleich Propheten und Zerstörer, Propheten für sich und Zerstörer für andere. Und er merkt gar nicht, w*e er sich persifliert, wenn er sogleich fortfährt: „Der Deutsche lebt für den alleinigen, ausschließlichen Sieg des deutschen Reiches." Und „die Verständigung der Völker nimmt von Tag zu Tag ab. Der verhaltene Krieg ist der unabänderliche Zustand der Völker untereinander". Mit dieser Art Gesundheit freilich möchten wir nichts und dürften wohl auch wenig gemein haben. Die ist frei von korruptiven jüdischen Gedanken-

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