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Der Jude · 1923-01-01 · Heft 7-8 · p. 419

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Journal
Der Jude
Volume
7 (1923)
Issue
Heft 7-8
Article
Die jüdische Gefahr
Date
1923-01-01
Page
419 (sequence 4)
Language
German
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Die jüdische Gefahr 419 schütz habe, werde die erste Nation sein, werde die Vormacht der Welt haben, meint er damit. Und er läßt keinen Zweifel darüber, wer dieser „heimliche Sieger im Weltkrieg" sein werde. Als drittes Beispiel befruchtender Entgiftung der korruptiven jüdischen Gedankengänge zählt er die Freudsche Psychoanalyse auf, der er Richtigkeit und großes Format nicht aberkennt, der aber natürlich doch erst das deutsche Gehirn gesamtmenschliche Bedeutung und einen, dem Phänomen der Liebe würdigen Höhenflug geben mußte. Er spricht hier pro domo, drückt sich aber darum nicht weniger apodiktisch aus. Daß mit dieser Aufzählung die jüdischen Anregungen von bleibendem Wert erschöpft wären, behauptet er selbst nicht. Demgegenüber steht eigentlich nichts als die Behauptung von geradezu entwaffnender Naivität: daß die Juden allen Rationalismus, allen Materialismus und was es sonst an niedrig kriechenden, am Boden klebenden Lebensanschauungen gibt, auf die Welt gebracht haben, — daß sie zum Geist gewissermaßen nur durch den Körper hindurch gelangen können, nicht in der Gnade leben und den in der Gnade Lebenden darum mit allen Mitteln eintrichtern wollen: die Bemühung, die Werkheiligkeit sei der einzige wahre Weg zu leben. Wenn Blüher dieser Meinung wirklich ist, sollte er wenigstens nach der Methode der anderen Rassendogmatiker alle Verfechter und Begründer des „Aufklärichts", des Darwinismus, des Monismus usw. für erwiesene Semiten erklären. Aber solcher enthüllenden Konsequenz weicht er mehr oder minder geschickt aus. Daß der Begriff des Juden hier zur Allegorie wird, mit der Blüher alles Gegnerische, Unwerte oder Wertfeindliche der geistigen Erscheinungen zusammenfaßt, kann nur der verstehen, der die souveräne Eigenwilligkeit mancher Philosophen im Umspringen mit ihren Termini kennt. Freilich ist es unbegreiflich gewissenlos, einen so mechanisierten Begriff für den Charakter einer lebendigen Gemeinschaft zu setzen, die Jahrtausende lang die unerträglichsten physischen Qualen, materielleEntrechtung, ständige haltlose Unsicherheit des äußeren Daseins um geistiger Werte, um ihrer religiösen und nationalen Ideale willen hinnahm. Aber es ist auch noch der Haß als Beweis der jüdischen Schuld da, der Haß der anderen. Blüher sagt, daß es keine Verhetzung gebe und alle um das Judentum kreisenden Effektvorgänge nur symptomatisch seien für den Vorgang des reinen Ereignisses der Secessio in der Idee Jehuda. Er versteht unter dem Begriff Secessio judaica einen, dem chemischen Vorgang ähnlichen Prozeß, der die jüdischen Elemente, die nach völliger Verbindung mit der Umwelt streben, überall durch Erstarkung des nationalen Reinlichkeitsbedürfnisses dieser fremden Umwelt abstößt. Zu diesem reinen historischen Ereignis gehört es auch, daß das Judentum aus sich heraus eine Gesinnung zeugte, den Zionismus, der die Substanzmimikry der Idee Jehuda in der Wurzel aufhebt. Um diesen eklatanten, lebensvollen Gegenbeweis gegen Blühers Schilderung vom unheilbar femininen und servilen Grundcharakter des Juden, zu entkräften, behauptet er, daß es sich hierbei ja nur um einzelne heroische Ausnahmefälle handle. Und es 27*

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