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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 1 · p. 7

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Journal
Der Jude
Volume
7 (1923)
Issue
Heft 1
Article
Die Legion der Arbeit
Date
1921-01-01
Page
7 (sequence 7)
Language
German
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Die Legion der Arbeit 7 der Kwuzoth (Gruppen). Die Gruppe soll die eigentliche Zelle des Gdud sein; aus dem Gedankenaustausch zwischen der Gruppe und der Leitung das eigentliche Leben sich gestalten. Dieses „System" des inneren Aufbaus darf nun aber nicht so aufgefaßt werden, als sei es einmalig erdacht und nun durch zusetzen; vielmehr ist der heutige Zustand ein Produkt der Entwicklung. Überhaupt ist der Kommunismus in Palästina durchaus nur organisch zu begreifen, nicht theoretisch. Er hat mit dem marxistischen Kommunismus wenig gemeinsam, was selbst ein informierter Beobachter wie Holitscher nicht hat begreifen können. Die Idee des Gdud ist idealistisch; sie gestaltet (in den Augen der leitenden Gdudführer) das Leben, nicht aber gestaltet das „Leben" der Idee. Kommunismus ist nur von unten her verwirklichbar; die Kommune, nicht die Zentrale ist der Beginn, Aufbau geschieht aus neugestaltender Erziehung, nicht aus Wirtschaftstheorie. Wenn der Gdud diese Erkenntnis auch in seinem äußeren Auftreten immer verwirklicht hätte, wäre mancher Fehler vermieden worden. Im übrigen aber ist die Seele des jüdischen Genossenschaftsprinzips in Palästina: durch entscheidende Beeinflussung, durch Arbeit und Erziehung fast Unmögliches zu erzwingen. Daher erst Siedlung, dann Politik; oder vielmehr: der Kommunismus entspringt aus der Idealität der Anschauung, die den Wirtschaftsegoismus in eine höhere Sphäre, in die Gesamtheit zu verlegen sucht. Kommunismus ist in Palästina eine Form des Aufbaus von unten, in Rußland eine Form des Umbaus von oben. Darum stellt der Kommunismus in Palästina prinzipiell andere Forderungen als in. Rußland: er ist (im wesentlichen und bis auf weiteres) nicht politisch; das hat Holitscher nicht begriffen, und das wollen die „linken" Poale Zion nicht begreifen. Kommunismüs ist im Gdud eine Form der Erziehung zum produktiven Leben, eben in der Anschauung wurzelnd, daß die wahre Produktivität von nationaler Hingabe getragen sein muß, daß sie, falls abhängig (vielleicht zuerst nur widerstrebend, aber immer wachsend) vom Ertragsstreben, im wesentlichen und sehr schnell den Interessen des jüdischen Auf baus zuwiderläuft. Folgerichtig geht der Gdud noch einen Schritt weiter: es gilt nicht nur, die Abhängigkeit von der gemeinschaftszerstörenden Ertragsstreberei des Einzelnen auszuschalten, sondern die Kommune unabhängig zu machen von der privaten Atmosphäre, die, mit dem Mittel der Ausnutzung einer sozial heute tiefer stehenden Schicht arbeitend, in Wirklichkeit das stärkste, weil innerliche Hindernis des jüdischen Aufbaus ist. So entsteht, nicht zufällig mit dem "Gdud verbunden, der neue Gedanke der großen Wirtschaftskommune, der Siedlung auf großer Basis mit dem Ziel, alle Bedürfnisse in sich zu befriedigen und erst auf dieser Basis nach außen hin zu exportieren. Es gehören zum Gdud zwar auch andere, kleinere Gruppen, aufgenommen auf Grund der Idee der Eroberung des Landes durch Arbeit, der Ausdehnung in alle Schichten und Gewerbe hin (der Gedanke der Befriedigung aller Bedürfnisse von innen her ließe sich schließlich auch durch die Zusammenfassung vieler spezialisierter kleinerer Einzelgruppen verwirklichen): den Zentralpunkt aber bildet die große Kommune, weil nur

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