Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 7 (1923)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Legion der Arbeit
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 6 (sequence 6)
- Language
- German
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6 Walter Preuss: Gewinne aus besseren Bedingungen der Arbeit heraus erfolgen, daß andererseits die Facharbeiter auf Kosten der Ungelernten sich bereichern, trat der Gdud im Misrad mit besonderer Hartnäckigkeit ein: jand je mehr der „Misrad", einfach der Tatsache zufolge, daß bei seiner ausschließlich aus Ärbeitsgründen bedingten Zusammensetzung diese Ausgleichung der. Bedingungen, Löhne und Gewinne „nur in ganz beschränktem Maße" möglich war und daß er mit der Arbeiterschaft, wie sie nun einmal war, zu arbeiten habe, von der „Haschwaath hamechirim" abkam, desto mehr zog sich der Gdud von der Führung des „Misrad" in die Innenarbeit zurück; ja, er empfand diese Stellungnahme des Misrad beinahe als Verrat. Der entscheidende Fehler des „Gdud" lag eben darin, die Dinge nicht wie bisher von innen her zu gestalten, sondern Ziele, die eigentlich Erziehungsziele sind, von außen erreichen zu wollen. Dieses Erziehungsziel suchte der „Gdud" nun gleichzeitig, und das ist das Entscheidende, im Innern zu verwirklichen: durch die große Kommune und die innere „Haschwaath hamechirim". Bevor wir aber die innere Arbeit des Gdud darstellen, seine Leistungen, Probleme und Niederlagen, seien zunächst einige Zahlen und äußere Daten gegeben. Der Gdud umfaßt heute 650 Genossen, davon 350 an der zentralen Stelle, in der landwirtschaftlichen Kommune im Galil, die übrigen in Jerusalem, Dagania, Kfar Gileadi. Es liegt im Wesen des Gdud, wie noch darzustellen sein wird, an möglichst vielen Stellen möglichst zahlreiche Gewerbe für sich zu erobern. Der Gdud hat bei den Arbeiten der großen Kwischim entscheidend mitgewirkt, hat zahlreiche andere Arbeiten ausgeführt; er ist an der Ausführung der vom Misrad übernommenen Arbeiten mit etwa einem Fünftel (j£ 100 000) beteiligt. Mehr als die Hälfte des Einkaufs des „Maschbir" (£3000) kaufte der Gdud. Er zählt heute in sich zahlreiche Facharbeiter der verschiedensten landwirtschaftlichen und gewerblichen Fächer. Alle diese Angaben bedeuten aber gerade hier nur Angaben über den augenblicklichen Zustand, nichts über Zusammensetzung und nicht einmal über die Wegrichtung im kommenden Jahr. Das System des Gdud ist kein logischer Aufbau, sondern nur aus der Entwicklung und für die Entwicklung zu begreifen. Das ist auch für den inneren Aufbau festzuhalten. Der innere Aufbau des Gdud ist trotz seiner Zersplitterung in verschiedene Abteilungen an verschiedenen Orten nicht nur streng kommunistisch, sondern auch zentralistisch. Jedes Mitglied, ob gelernter oder ungelernter Arbeiter, hat in der Kommune denselben Anteil; alle Erträge fließen in die Zentralkasse in Ein Charod; von dort werden auf Grund eines immer stärker an die wirklichen Bedürfnisse angepaßten Budgets die Beträge den einzelnen Abteilungen überwiesen. Einen diesem Existenzminimum angepaßten Verdienst gilt es in der Arbeit zu erreichen. Der dem Gdud angehörige Arbeiter arbeitet an den Stellen, die die Leitung bestimmt. Diese Leitung ihrerseits wird von den Ghawerim gewählt; in ihr verkörpert sich der zentralistische Staatsgedanke. Neben die Leitung tritt ein Rat von Vertretern