Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 6 (1921-1922)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Herzl und die Neue Freie Presse
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 670 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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670 Herzl und die Neue Freie Presse Schluß des Briefes an Benedikt nach Scheveningen, Hotel Orange. Also an bon mouvement! Wenn ich nicht irre, ist Dr. Bacher, der mir ja persönlich wohlgesinnt ist, im Herzen auch nicht mehr so schroff dagegen, über den Kongreß zu berichten. Gut informiert werden Sie auch sein, je VOUS etl repotlds; Sie müssen mich nur rechtzeitig verständigen. Dabei kann das alles so diskret gemacht werden, wie Sie es brauchen. Dazu haben wir ja schreiben und lesen gelernt. Eins ist sicher, der Kongreß wird diesmal noch viel großartiger sein, als der erste war. Mit herzlichen Grüßen Ihr ganz ergebener Th. Herzl. Coticlusion: Ich glaube, Sie sollten Dr. Bacher schreiben oder telegraphieren, daß er sich bei mir einen Bericht aus Basel bestellen möge. Dann hat die N. Fr. Pr. die Bewegung sozusagen registriert und kann weiterhin ruhig abwarten, ob was Großes, Geschichtliches draus wird (wie ich glaube), oder ob sie im Sand werrinnt. 18. Brief an Bacher, datiert aus Bregenz 3. September. Verehrter Freund! ' , . (Streng vertraulich.) Der Kongreß ist vorüber. Ich bedauere, nicht meinetwegen, daß die N. Fr. Pr. von diesem Ereignis abermals keine Notiz genommen hat. In meiner Ihnen wohlbekannten Ergebenheit für Sie und unser Blatt halte ich mich aber dennoch verpflichtet, Ihnen zu sagen, daß ganz große Dinge bevorstehen. Der Sultan hat mir nach Basel eine Dankdepesche geschickt. Der Großherzog von Baden lud mich ein, ihn nach dem Kongreß zu besuchen. Gestern war ich auf Schloß Mainau, hatte mit ihm eine zweistündige Unterredung, die das größte Aufsehen in der ganzen Welt erregen würde, wenn ich sie veröffentlichte. Der Kaiser wird, bevor er nach Palästina geht, den Sultan in Konstantinopel besuchen. Es ist für die N. Fr. Pr. die höchste Zeit, die zionistische Bewegung zu registrieren. Ich stelle ihnen noch einmal einen Artikel über den Zionismus zur Verfügung, den ich zeichnen will, so 4fiß es nicht als die Anschauung der Redaktion genommen werden kann. Daß ich vorsichtig zu schreiben verstehe, wissen Sie. Ihre Antwort erbitte ich nach Unternach am Attersee. Wenn Sie von meiner Anregung keinen Gebrauch machen wollen, so rechne ich doch auf Ihr vollkommenes Stillschweigen jedem gegenüber, wie wenn ich Sie vorher um Ihr Ehrenwort gebeten hätte. Mit herzlichen Grüßen Ihr treuergebener Th. H.