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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 9 · p. 542

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
6 (1921-1922)
Issue
Heft 9
Article
Die ökonomische Lage der Juden in der Ukraine und ihre Perspektiven
Date
1921-01-01
Page
542 (sequence 19)
Language
German
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IRI
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543 Ben z i o n R u b s t e in : Massen, die zur Landwirtschaft übergehen wollen. Besonders große Möglichkeiten hierzu bietet die Südukraine, der Rayon der alten jüdischen Kolonisation, die noch über eine bedeutende Bodenreserve verfügt. Im Rahmen dieser Untersuchung ist eine ausführliche Darstellung des Agrarisierungsprozesses in der Südukraine unmöglich. Aber daß Möglichkeiten in dieser Richtung bestehen, kann schon aus den folgenden Tatsachen geschlossen werden: am xi; Juli 1921 hat die Odessaer Gouvernementsabteilung auf eine Anfrage der jüdischen Abteilung, des Odessaer Gouvernements- Exekutiv-Komitees geantwortet, daß „freie Bodenreserve für jüdische Kolonisation vorhanden ist. Größe und Oertlichkeit wird bis zum 16. September bestimmt werden können," Aus dem Bericht der Odessaer Gouvernements-Bodenabteilung geht hervor, daß am 1. Juli 1921 gewesen sind: in den Distrikten Regierungsfonds ~ Schäften" Kolonisationsfonds Odessa 20 000 jl8 745 — Wosnjesensk 25 000 7 320 19 280 Tiraspol 24500 1391 — Perwomaisk 10000 16602 11000 Balta 22 033_ 1150_ 900 101 533 45 208 31180 So war die Lage, nachdem schon alle kulturellen Institutionen wie Schulen und Spitäler mit Boden beteilt worden waren, Städte und Städtchen jene Grundstücke erhalten hatten, die ihre Entwicklung erforderte, Munizipalwirtschaften und proletarische Gärten, d. h. Gärten für die arme Bevölkerung der Städte und Städtchen, bedacht worden waren. Obwohl schon ein bedeutender Teil der jüdischen Bevölkerung im Odessaer Gouvernement Erdanteile erhalten hat, erreicht die Größe des Ueberschusses 178000 Desjatin. Dabei beträgt die Größe der vollkommen freien Reserve (Regierungsfonds) mehr als 100 000. Der Umfang der Rätewirtschaften beträgt 45 000 Desjatin und jener Teil, der für bäuerliche Uebersiedlung bestimmt ist, 31000. Auch von diesem letzten Stück könnte ein großer Teil für jüdische Kolonisation ausgenutzt werden. Es verdient angemerkt zu werden, daß der größte Teil dieser Bodenreserve in solchen Teilen des Odessaer Gouvernements liegt, die verhältnismäßig wenig unter Pogromen gelitten haben und in denen das Banditenwesen bereits sein Ende gefunden hat, so daß mit der Organisationsarbeit sofort begonnen werden könnte. Außer dieser Bodenreserve im Odessaer Gouvernement gibt es noch einen Waldfonds, d. h. jenen Bodenteil, der für künstliche Beforstung bestimmt worden ist. Seine Größe beträgt 93086 Desjatin und verteilt sich auf die einzelnen Distrikte in folgender Weise: Balta 55188 Perwomaisk 13240 Tiraspol 11282 Odessa 9118 Wosnjesensk . 4352

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