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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 9 · p. 541

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
6 (1921-1922)
Issue
Heft 9
Article
Die ökonomische Lage der Juden in der Ukraine und ihre Perspektiven
Date
1921-01-01
Page
541 (sequence 18)
Language
German
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Die ökonomische Lage, der Juden in der Ukraine und ihre Perspekti zu schaffen. Die jüdischen Massen mit ihrem gesunden Lebensinstinkt haben den richtigen Weg schon von selbst betreten und allein die ersten ernsthaften Versuche unternommen. Schon oben wurde auf den Zug zur Landwirtschaft verwiesen, der sich unter den jüdischen Massen bemerkbar macht, und wir haben mit einigen Beispielen die Erfolge beleuchtet, die dieses Streben schon jetzt.aufzuweisen hat. Selbst die unvollständigen und zufälligen Nachrichten demonstrieren, was bei so schwierigen Bedingungen erreicht werden konnte. Aber die Möglichkeiten sind noch keineswegs erschöpft und zwar deshalb, weil den jüdischen Massen bei ihrem Uebergang zur Landwirtschaft keinerlei Hilfe zu Teil wurde, abgesehen von der geringen Unterstützung durch die Räteregierung, die natürlich nicht ausreichte, eine feste Grundlage für diesen neuen Wirtschaftszweig zu schaffen. , Wie sehr diese Umstände den Agrarisierungsprozeß der jüdischen Massen gehemmt haben, ist aus der folgenden Tabelle zu ersehen, die die Entwicklung der jüdischen landwirtschaftlichen Genossenschaften im Homeler Gouvernement nach offiziellen Daten wiedergibt. Kreis Zahl der entstandenen jüd.landw. Davon untergegangen aus Man- Produktivgenossenschaften gel an Inventar und Saatgut Klimowitsch 30 12 Rohatschow 33 15 Homeler (sc. Kreis) 30 23 Horker » 12 6 Kinawer » 9 4 Retschizer » 10 6 Tschausser » 7 3 Klinzi 8 4 Tscherikow 6 3 Neu-Sibkower » 5 2 Potscheper?) 4 3 Suraszer » 7 6 160 87 Der größere Teil der jüdischen landwirtschaftlichen Produktivgenossenschaften im Homeler Gouvernement ist ausschließlich wegen des oben angeführten Mangels zugrunde gegangen. 1500 jüdische Familien, die an diesen Genossenschaften teilnahmen, haben sie verlassen müssen, ohne Rücksicht auf objektive Möglichkeiten und Bedürfnisse und ohne Rücksicht auf subjektiven Willen, ausschließlich aus materiellen Gründen. Man kann sich leicht ausmalen, wie groß die Zahl jüdischer Einzelwirtschaften war, die aus den gleichen Gründen untergegangen sind. Noch viel größer ist aber die Zahl jener jüdischen Familien, die nicht einmal den Versuch des Uebergangs zur Landwirtschaft machen konnten, weil ihnen die nötigen Mittel mangelten, trotzdem sie wollten, objektiv gezwungen waren und die Möglichkeit bestand, ihnen Boden zuzuteilen. Unzweifelhaft besteht auch jetzt noch die Möglichkeit, in den Rätereichen und besonders in der Ukraine Boden zu erhalten für jene jüdischen

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