Mannheim
Compact Memory

Der Jude · 1916-09-01 · Heft 6 (September 1916) · p. 389

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
1 (1916-1917)
Issue
Heft 6 (September 1916)
Article
Aus den Urkunden der Bne Mosche
Date
1916-09-01
Page
389 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3101111-3101112-8875879-3106937--0558-3106999
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Aus den Urkunden der Bne Mosche 389 pflichtet, die Ehre des Banners, das er trägt, mehr als alles zu schützen, auf daß sie weder durch ihn noch durch andere entweiht werde. —• Allmählich kann er seinen Wirkungskreis erweitern, sein Augenmerk auf die Erziehung des künftigen Geschlechts richten, uns unsere Söhne und Töchter, die einem anderen Volke ausgeliefert sind, zurückführen und überhaupt alles verbessern, was Verbesserung erheischt. Bis (gleichviel wann) aus uns hervorwächst und die Bühne des Lebens betritt das Geschlecht, das wir suchen: ein Geschlecht, das sich nicht vor den Götzen beugt und nicht den Staub seiner Hasser leckt, das stolz auf sein Volk ist, sich dessen Ehre berühmt und bei dessen Namen schwört, das ein glühendes Herz hat und ihm nicht Ruhe gönnt, und dessen Weisheit ihm mithilft, seine Sache richtig durchzuführen und die rechte Zeit für alles zu erkennen — es wird Israel erretten; es wird die Fahne nach Zion tragen und von Erfolg gekrönt sein. —1 6. Zu einem solchen großen und allgemeinen Ziele führen viele verschiedenartige und wechselnde Wege. Darum soll der Bund frei in seinen Taten sein: seine Hand überall, seine Zeit — wenn es zu handeln gilt, sein Ort —■ jede Bresche und jede Lücke. In seinem Inneren wird er sich eine richtige und bestimmte Ordnung schaffen, aber er kann nicht von vornherein sein Wirken im Volke und im Lande berechnen und beschränken. Genug, wenn er sein Ziel richtig versteht und es sich stets vor Augen hält, die Zeit und der Ort und die Verhältnisse werden ihm zeigen, was er zu tun hat. Nur an eines soll er zu jeder Zeit und an jedem Ort denken, daß die Qualität eines sittlichen Bundes der Quantität vorangeht; daß nicht mit der Zahl seiner Mitglieder allein seine Macht steigt, sondern noch mehr —1 durch deren Wert. Darum soll er sich sehr davor hüten, daß er nicht an ungeeigneten Menschen scheitere und nicht gegen Große und Edle nachsichtig sei, wenn ihnen auch nur eine der Bedingungen für einen solchen Bund fehlt — dann wird er sicher seines Weges gehen und auf ein glückliches Ende hoffen dürfen. Aus der Ergänzung zum „Weg des Lebens" Zur Erreichung des nationalen Ziels ist auch nationale Arbeit durch die Vereinigung der besten Volkskräfte, der materiellen und der geistigen, durch eine sittliche innerliche Einigkeit erforderlich. Erforderlich dazu ist eine Arbeit von Generationen, die allmählich fortschreitet, nicht im Wirrwarr, nicht in Lärm und Hast, sondern in Vorsicht, Bedachtsamkeit und Geduld, nach fertigen Ordnungen und dauernden Gesetzen; die aus allen Enden des Volkes seine verstreuten und verstoßenen Kräfte einsammelt und von Geschlecht zu Geschlecht an Größe wächst, an Art erstarkt, dem Ziel sich nähert, mit kleinen aber sicheren Schritten. — Um also die nationalen Kräfte zu einigen und um die nationale Arbeit zu ordnen, allem gemäß, was zur Erreichung des nationalen Ziels erforderlich ist — dazu wurde der „Bund der Söhne Mose" geschaffen. ... Er weiß, daß zur nationalen Arbeit für das nationale Ziel vor allem not tut eine reine und tiefe nationale Liebe in den Herzen der Volksgenossen für die Gemeinschaft, eine Liebe, die alle Gegensätze der Meinungen und alle persönlichen Wünsche verdrängt, alle Herzen ohne Unterschied der Parteiung einander nähert und verbündet, und ihnen Kraft und Mut verleiht, zu arbeiten und zu leiden ohne zu ermatten, bis sie alle äußeren und inneren Hindernisse überwunden haben. Solch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.