Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 6 (1921-1922)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Henri Franck
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 363 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Henri Franck 363 inniger an Gottes Wort Teil haben zu dürfen, seine Lippen von^der glühenden Kohle der Propheten verbrannt zu fühlen. Car, si mon enthousiasme et ma foi te sont dus, Je pense avec envie au temps des anciens rois, A ceux qui d'epouvante et d'amour confondus Dans les buissons ardents ont ecoute ta voix. Aber seine Bitten verhallen unerhört. Nur das Schweigen antwortet ihm. Er blickt um sich, die Stätte ist zerstört, Jerusalem verwüstet, seine Kinder der Verzweiflung preisgegeben. Die Priester selbst betreiben Götzendienst, der Dornbusch lodert nicht mehr auf vor den Augen ergriffener Propheten und die wenigen Getreuen im Tempel, der wankt, sind eine Versammlung ohne das Feuer der Begeisterung. Der Tempel ist dunkel und düsterf ein Bedauern, ein übles Gefühl erfaßt die Seele. Eine Winterstimmung vergehender Welt. Doch draußen lockt die Unruhe des Frühlings, der den strahlenden Sommer ankündet, der über Europa aufgehen wird. Gott ischeint besiegt, die Welt ist stärker und voll wirklicher Götter. Sie lockt zum Aufbruch,, über sich, über Gott hinaus. Unbekannte Wunder * erwarten die Vernunft, die sucht und forscht und prüft. Aber der Abschied wird schwer, unsichtbare Ketten scheinen ihn zu halten, die Gefahr schreckt ihn, die Süßigkeit überkommener, geregelter Pflichterfüllung, freien Spiels der Vernunft in ruhigem Studium spricht zu ihm. Aber er will Wirklichkeit, Reinheit, Klarheit. Und er bricht auf, Coureur adolescent au coeur infatigable, er beginnt den Lauf der Wanderung nach Gott, in die stürmischen Wasser des Lebens. * Draußen ist die Welt. Wie lebt alles: Das Herz wird leicht und warm. Der Wanderer geht nicht mehr, er hüpft' und tanzt. Alles spricht zu ihm, alles öffnet sich ihm. So muß der junge David der Legende gewesen sein. Pour faire autour de moi la ronde Les choses se donnent la main; Je regne sur tous les chemins, Tout est ä moi et tout me rit. J'ai de la joie pour mes amis, Pour mes Slans de la jeunesse, Pour ma ferveur de la pensee, Pour les combats de l'allögresse Et j'ai des cailloux pour ma fronde. - — Je marche sur la route ais^e, Dans la clart^ du ciel serein, Et plein d'adresse et de courage, Mon esprit est un tambourin Sous les doigts Ingers du voyage. M* .