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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 6 · p. 341

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Journal
Der Jude
Volume
6 (1921-1922)
Issue
Heft 6
Article
Zur Schichtengliederung der israelitisch-jüdischen Gesellschaft
Date
1921-01-01
Page
341 (sequence 5)
Language
German
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Zur Schichtengliederung der israelitisch-jüdischen Gesellschaft 341 ländischen Handwerker, Kaufleute, Söldner, Offiziere, Beamten usw., die zu den g§rim gehörten. 2. Die bodenständigen, den israelitischen Stämmen mehr oder weniger blutsverwandten Klientelstämme, wie es z. B. Kaleb und Kenaz waren, die mit dem Stamm Juda schließlich vollständig verschmelzen; nachdem sie sich unter seinem Schutze niedergelassen hatten. Ursprünglich dürften auch einzelne Hebräerstämme solche nomadisierende gerim gewesen sein; wir können dies den Erzväterlegenderi, insbesondere den Awrahamgeschichten entnehmen. 3. Sozialgeschichtlich am wichtigsten ist jedoch eine dritte Gruppe von gerim, über deren zahlenmäßige Stärke wir aber leider nicht die geringsten direkten oder indirekten Angaben besitzen. Es sind dies bodenbesitzlose Israeliten eines anderen (oder vielleicht auch des eigenen?) Stammes, die sich unter den Schutz mächtiger Geschlechter und Sippen gestellt hatten; sie verrichteten zumeist landwirtschaftliche oder handwerkliche Tagelöhnerdienste. In diesen Zusammenhang gehört ein Problemkomplex, der hier aber nur angedeutet werden kann. Gab es im antiken Israel Handwerkerkasten?*) Die alte Tradition der Genesis erzählt eine frühe Dreiteilung der Menschheit in Herdenbesitzer, Musikanten und Schmiede (L.B. M. 4,20 fl.**). Über die Unterlagen zur Annahme des Vorhandenseins einer Schmiedekaste schreibt Bertholet in seiner Kulturgeschichte Israels: „Da Kain als Appellativ den Schmied bezeichnet, ist nicht unmöglich, daß Kain oder die Keniter ein Stamm von Wüsten-Schmieden waren. Man darf daran erinnern, daß Jaöl, das Weib eines Keniters, einen Hammer oder wenigstens ein hammerähnliches Werkzeug zur Hand hatte, um Sissera zu erschlagen (Rieht. 4,21; 5,26). Noch heute bilden die Schmiede der syrischen Wüste und Arabiens eine Kaste." Soweit die spärlichen Andeutungen. Ob wir in dieser für den Soziologen äußerst wichtigen Frage jemals Sicheres erfahren werden, ist sehr zweifelhaft. Der Handwerker wird wohl, entsprechend den allgemeinen orientalischen Anschauungen . zumindest geringeschätzt, wenn nicht verachtet worden sein***), so daß die Beschäftigung mit seinen Lebensumständen der Volkssage und den Chronisten als nicht wesentlichgenug erschienen ist. Daher die dürftigen.Nachrichten der Tradition über die Handwerker, die als gSrirri keine schutzlose, jedenfalls aber eine rechtlich sehr benachteiligte soziale Stellung einnehmen. Für alle gerim-Gruppen ist das gemeinsame charakteristische Merkmal, daß sie rechtlich nicht im Besitze von Boden sein durften und es auch faktisch in der Masse nicht waren. Einzelne Ausnahmen, besonders bei den königlichen Beamten und Offizieren werden wohl vorgekommen sein. Bloß in den Städten konnten die gerim Häuser und Grundbesitz erwerben. Eine *) .»Handwerker-Geschlechter" 1 Chr. 4, V. 21 u. 23. **) Vgl. Rase Ms Kommentar zur Stelle; S. R. Hirsch vermutet in Jawal dagegen den ersten Kaufmann, Pentateuch Bd I, 6. Aufl. S. 93 f. ***) Vgl. Berthelot, Kulturgeschichte Israels, S. 90 u. 94.

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