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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 5 · p. 309

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
6 (1921-1922)
Issue
Heft 5
Article
Das Weib des Akiba
Date
1921-01-01
Page
309 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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Das Weib des Akiba 309 als der Fürst in Israel, das Haupt des Synhedriums! Verstehst du nun meine Strenge? R Akiba: Auf gute Fürsten folgen schlechte Fürsten, in den Büchern der Könige ist es geschrieben. R. Qamlieh Auch du, Akiba, auch du stehst mir entgegen. Was ist höher als das fürstliche Haupt? R. Akibä". Die Krone, Fürst, die himmlische Krone, die Lehre. R Qatnliel (bitter): Du selbst hast gesagt, daß sie nicht sammelt, sondern zerstreut. Das Alte ist dir nicht genug, das Neue scheint dir verderblich. Du bindest zwei Balken mit einem Strohhalm; wie willst du das Alte und das Neue zusammenbinden? R. Akiba: Ich schlage einen Pflock ein, fest in den Grund, und binde einen Strick daran, lang bis zum Schein der Freiheit. Der Pflock das heilige Buch; und nun weide in Freiheit das angepflöckte Tier. Unendlich ist das Leben, und unendlich muß darum die Lehre sein. Aber kein Satz darf gelten, der nicht zurückfindet zu einem Zeichen Gottes, und wäre es nur ein Buchstabe in seinem Buch; denn keiner steht vergeblich darin. R. Gamliel: Narr du, sie werden mehr Torheit aus einem Buchstaben ♦ pressen, als aus ihrem eignen Hirn, und die Einen werden glauben, die Andern lachen. Wo wird dann die Einheit in Israel sein? R. Akiba (sich erhebend): So muß Jerusalem wieder erstehen! Darin seid ihr Uneinigen eins, du und Elieser und Josua, daß der Römer Herr sei. (Tabit kommt von rechts.) Frage deinen Sklaven, der da kommt, nicht, frage niemand, der wohl lebt, frei oder unfrei: sie werden dir nicht sagen, was im Willen dieses heiligen Landes glüht. R Gamliel: Meinst du, du müßtest, du erst mein Herz beschweren? Es ist schwer von der Zeit, und Schwereres wird noch kommen. Wohl mir, daß ich es nicht mehr erleben werde. Stütze mich, Tabit! Trage mich, Tabit! Ich bin glücklich, daß die Krankheit an mir zehrt. Friede sei mit dir! /?. Akiba: Friede mit dir. (R. Gamliel, von Tabit geführt, geht nach rechts, vorn, ab; Akiba, nach einem Augenblick des Verweilens, geht den Weg zur Stadt.) Fünfte Szene. Eine Straße, deren vorderer Streifen in grellem Sonnenlicht blendet. Im Hintergrund ein Handwerksgewölbe; dort sitzt hinter einem kleinen Amboß Rabbi Josua und hämmert an seinen Spangen und Nadeln. Wenig Geräte ist um ihn, ein kleines Becken mit glühenden Holzkohlen, ein Blasebalg und dergleichen. Rechts vom Amboß steht Abuja, ein noch junger Mann im Gespräch mit Josua. Abuja (unterbricht Josua in der Arbeit, indem er ihn mit der Hand anrührt): Hör' einmal auf mit dem Hämmern, Rabbi Josua. R Josua (sieht ihn an, nickt und legt den Hammer hin, ergreift aber dafür ein Ende Draht und die Zange und macht sich daran, den Draht zu b^gen): Gut.

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