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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 4 · p. 202

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
6 (1921-1922)
Issue
Heft 4
Article
Zur Klärung
Date
1921-01-01
Page
202 (sequence 2)
Language
German
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aoa Martin Bub er: „daran gehen können, unsere politischen Ziele weiter zu stecken als heute". Wir werden die Erfahrungen, wenn wir sie nur ernstlich machen, vielleicht schon morgen verwerten können. Denn es geht ja darum, endlich die tieferen politischen Realitäten zu erkennen, und zwar nicht allein zu dem Zweck, für die „großen", sondern viel mehr noch für die kleinen politischen Aktionen des Tages besser als bisher gerüstet zu sein — ganz abgesehen davon, daß man gar nicht wissen kann, wann etwa wieder aus einer veränderten Konstellation eine neue „große" Aktion hervorgehen mag. Aber meine Opponenten verlangen ja selbst, man solle „zunächst die Ursachen des Versagens der Diplomatie abstellen". Und dennoch bezeichnen sie die Kritik, die eben dies bezweckt, als unzweckmäßig! * Meinem „Arbeits-Pessimismus" werfen meine Opponenten einen „direkten Widerspruch" vor; er sei wie ein credo quia absurdum der praktischen Arbeit, denn er sanktioniere „schuldhaften, vergangenen und vor allem zukünftigen Mißerfolg" der Diplomatie. Diese Logik ist mir unverständlich. Ich habe gezeigt, was die Diplomatie o h n e die Grundlage der realen Arbeit zu erreichen vermöchte (und die zionistische nicht erreicht hat), nämlich Sicherung des Lebensminimums einer nationalen Kolonisation (daß ich noch detaillieren werde); und daß sie darüber hinaus der Fundierung durch die reale Arbeit bedarf und insofern „von uns abhängig ist". Darum, wenn sie versagt, erst recht arbeiten, weil sie damit gezeigt hat, daß sie auch schon um jene Sicherung zu erreichen der Fundierung durch die reale Arbeit bedarf! Das bedeutete der Glaube an die Entscheidung durch die Arbeit. Man wird in diesem Glauben vergeblich nach einem absurdum suchen. * Ich hatte gesagt, unsere Augen seien von dem diplomatischen Krimskrams gebannt, und dieser Bann sei fatal. Damit soll ich „eine schwere Schuld und Verantwortung auf unsere politischen Führer gewälzt" haben. Begreifen meine Opponenten wirklich nicht, daß hier nicht den Führern sondern den Geführten ein — allerdings gewichtiger — Vorwurf gemacht wird? Der nämlich, daß sie, wie ich in meiner Kongreßrede dargelegt habe, die natürliche Rangordnung der drei Hauptfunktionen zionistischer Arbeit — Erziehung des Volkes, Bereitung des Landes, politische Durchsetzung — verkehrt, und, indem sie von der Durchsetzung, statt vom Aufbau die Direktive verlangten, diesem wesentliche Kraft entzogen haben. * Über Englands Stellung zu Palästina, zu den Arabern und zur Orientfrage überhaupt werde ich noch zu reden haben und will dann, was ich von den Motiven Englands gesagt habe, des näheren begründen. Heute nur das zur Behebung des Mißverständnisses Erforderliche und einiges Angrenzende: 1. Ich habe nicht behauptet, Weizmann hätte sich auf Englands weltwirtschaftliches Interesse an Palästina gestützt; weit eher möchte ich ihm

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