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Der Jude · 1920-01-01 · Heft 10 · p. 569

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 10
Article
Entwurf einer Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Wirtschaftserziehung
Date
1920-01-01
Page
569 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Entwurf einer Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Wirtschaftserziehung nicht Arbeiter, sondern niedere Industriebeamte. Die Hochschulen sind universale Lehr*- und Forschungstätteri, deren Versuchstationen mit Lehrwerkstätten schon gar nichts zu tun haben. Die wenigen Lehrlingsschulen von Betrieben sind privatkapitalistische Einrichtungen und werden im Geiste des Mutterbetriebs geführt, d. h. es wirdJn ihnen, wenn schon nicht ausschließlich unter Rentabilitätsprinzip produziert wird, zumindest doch nichts anderes gelehrt, als was in dem betreifenden Fabriksbetriebe gebraucht wird, und womöglich noch das, was seine Spezialität bildet, so daß der ausgebildete Lehrling einen an diesen Betrieb gefesselten Spezialarbeiter darstellt, dem theoretische Kenntnisse völlig mangeln. Gewiß wird letzten Endes der gegenwärtige Stand der Technik entscheiden, was und mit welchen technischen Hilfsmitteln gelehrt werden soll. Doch erweist sich die heutige Technik auch noch in ihren psychotechnischen Bestrebungen als unzureichend zur Lösung der exquisit pädagogischen Frage, in welcher Aufeinanderfolge, in welcher zahlenmäßigen Gruppierung, in welcher Zeit usw. Jugend in gewissen technischen Fertigkeiten unterrichtet werden soll. Die Technik kann unserer Wissenschaft nicht anders Substrat sein, als die Gesamtheit der Geisteswissenschaften der Pädagogik und Didaktik. So wie es niemandem einfallen wird, die Forschungsstätte für Mathematik zusammenzulegen mit der über die Frage, in welcher Weise die vier Grundrechnungsarten in der Volksschule unterrichtet werden sollen, so muß auch hier ein grundsätzlicher Unterschied gemacht werden zwischen Technik als Wissenschaft und Technik als angewandtem Lehrgegenstand. Unser Wissensgebiet von anderen schärfer zu trennen, ist so lange unmöglich, als sein Inhalt noch nicht feststeht. Daß dieser nicht eindeutig ist und daß sich auch die Forschungen nicht auf e i n e Disziplin beschränken können, ist von vornherein klar, so wie ja auch die allgemeine Pädagogik keine reine, sondern eine zusammengesetzte Wissenschaft ist. Es seien zur vorläufigen Orientierung Phänomene genannt, denen sich die wissenschaftliche Arbeit in erster Linie zuzuwenden haben wird, ohne daß mit deren Aufzählung irgend ein Anspruch auf vollständige Absteckung des Wissensgebietes gemacht wäre. l. Einrichtung der Werkstätten, Projektierung und technische Leitung des Betriebes ist Aufgabe der Betriebswissenschaft. Diese ist ein sehr komplexes Arbeitsgebiet, aus dem sich bei näherem Zusehen mehrere selbstständige Einzelvorrichtungen scheiden lassen. a) Die architektonische Arbeit; der zweckmäßige Bau von Lehrbetrieben aller Art. b) Die Einrichtungsarbeit: Die Dotierung der Werkstätte mit Maschinen, Fahrzeugen, Werkzeugen, Arbeitstischen usw. und deren Gestaltung nach dem Unterrichtsprinzip. Die Kraftanlagen. c) Die Betriebsorganisation: Der räumliche Aufbau der Einrichtung nach den Regeln von Raum- und Zeitersparnis einerseits, nach denen der

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