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Der Jude · 1920-01-01 · Heft 8-9 · p. 503

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 8-9
Article
Der Verstoßene
Date
1920-01-01
Page
503 (sequence 4)
Language
German
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Der Verstoßene 503 bis das Muskelfleisch am Knochen riß und sein Blut rann; aber er legte Tefillin. Und auf ihn und seinesgleichen ist gesagt: meine Hände troffen von Myrrhe über der Türklinke. Dieses sind die Namen der Söhne Israels, die mit dem Rabbi ins Dorf kamen, ein jeglicher nach seinem Wesen, 5. Trinkt und berauscht euch, Freunde. Nachdem sie sich mit Thoraworten und Speise gütlich getan hatten, stieg der Hausherr hinunter in seine Vorratskammer, holte einen Krug Honigmet herauf und goß für jeden einen großen Becher ein. Sie tranken und lobten ihn über die Maßen, Sie sprachen: Tiefer als die Hölle ist der Keller des Hausherrn, aber den Geschmack des Paradieses hat alles, was er von dort herausholt. Noch hatten sie nicht ausgetrunken, da umnebelte sich ihr Kopf und sie begannen vornüber zu sinken; denn so ist die Weise eines guten Getränks: man schickt es in den Bauch, und es steigt hinauf in den Kopf. Als der Hausherr das sah, wand er seine linke Schläfenlocke auf seinen Daumen, wischte sich mit dem Zipfel des kleinen Tallis den Schweiß ab und sprach: „Wißt Ihr denn, meine Herren, woher dieses Getränk stammt?" Aber jede Hand klebte am Becher, und Lippe war an Lippe geheftet und keine Rede war mehr in ihrem Munde. „Aus dem Dorfe Piluwka!" Als sie aus dem Munde des Hausherrn den Namen Piluwka hörten, umgürteten sie sich mit Kraft und Freude, daß Gott, er sei gelobt, sie einmal im Leben von diesem Getränk kosten ließ, dem Getränk, das der Rabbi, der Zaddik Rabbi Moscheh von Przeworsk gemacht hatte. 6. Die Branntwein lieben, sollen ihn erben, und ihre Schätze fülle ich auf. Wie bekannt, hielt sich Rabbi Moscheh zu Beginn seiner Taten und seines Dienstes geheim und erschien aller Welt wie ein einfacher und unwissender Mann, und er ging auch unstät und irrend, um die Verbannung mit der Schechina zu tragen. Einmal kam'er in ein Haus, und der Hausherr war ein würdiger und gastfreier Mann, Als er in das Haus eintrat, freute sich der Mann über sein Kommen, empfing ihn freundlich und setzte ihm zu essen und zu trinken vor. Aber während der Mahlzeit bemerkte der Rabbi, daß der Hausherr und sein Weib sehr in Sorge waren und miteinander über etwas sprachen, heimlich, damit der Gast nichts von ihrer Sorge hören sollte. Da bat er sie, daß sie ihm ihre Sorge erzählen möchten, vielleicht würde er ihnen einen Rat geben können. Sie antworteten ihm und sprachen: Unsere Sorge ist, daß uns der Meister, 33*

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