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Der Jude · 1920-01-01 · Heft 8-9 · p. 478

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Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 8-9
Article
Ein pädagogisches Forschungs-Institut in Palästina
Date
1920-01-01
Page
478 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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478 Siegfried Bernfeld: Erziehungsverwaltung sein. Alle amtlichen und halbamtlichen Berichte, Korrespondenzen und Akten gelangen in ihm zur Niederlage, alle Enqueten, die von ihm ausgehen, haben amtlichen oder offiziösen Charakter. Die Forschungsarbeit des Instituts wird nicht bei Beamten liegen. Sie muß der spontanen Tätigkeit von Lehrern und allen anderen im Erziehungswesen arbeitenden Menschen entspringen. Das Institut wird Mitglieder haben in den Städten, in den Kolonien, vielleicht auch auswärts, Lehrer, Kindergärtnerinnen, Ärzte, Pflegeschwestern, Jugendführer — ja vielleicht Landarbeiter, Handwerker, Schriftsteller, Parteileute, kurz, unabhängig vom Ort, vom Alter und vom Beruf, solche, die teilnehmen an den Forschungsarbeiten und die durch eine oder die andere wissenschaftliche Arbeit bewiesen haben, daß sie die Probleme zu erfassen vermögen, daß sie gelernt haben, was geistige Arbeit, was wissenschaftliche Methode ist. Sie mögen Mitglieder des Instituts heißen. Sie werden in stetem Verkehr mit dem Institut stehen, persönlich oder schriftlich; sie werden untereinander in Verbindung stehen, einander fördern und ergänzen; sie werden Materialien, Beobachtungen, Versuchsergebnisse dem Institut mitteilen oder übergeben, und von ihm die Resultate de^Arbeit anderer anfordern und erhalten. Bücher, Zeitschriften, Untersuchungs- und Studienmittel werden sie vom Institut bekommen oder auch gegebenenfalls ihm zur Verfügung stellen. An den pädagogischen Tagungen im Lande, oder auch an eigenen Zusammenkünften werden, ähnlich den wissenschaftlichen Kongressen, die Ergebnisse dieses Forschens und Meinens bekannt gemacht werden, aber auch, anders als auf den üblichen Kongressen, Grundlinien für künftige gemeinsame Arbeiten, Prinzipien für einander ergänzende Untersuchungen angegeben werden; andererseits versucht werden zu formulieren, was zur Lösung eines Problems geleistet ist, was noch aussteht. Diese Mitglieder des Institutes sind, wohlgemerkt, nicht seine Beamten, sondern vielmehr sie sind in ihrer Gesamtheit das Institut selbst. Sie werden nach bestimmten Maßstäben für wissenschaftliche Leistungen neue Mitglieder ernennen und einen sehr weitgehenden Einfluß auf die Führung der ganzen Anstalt haben. Sie alle aber sind nicht ausschließlich für das Institut tätig, sondern jeder von ihnen hat seinen Beruf, mancher sogar einen von seiner wissenschaftlichen Arbeit im Dienste des Erziehungswesens sehr abliegenden Erwerb, und widmet nur einen Teil seiner Arbeitskraft und -Zeit dieser Forschertätigkeit. Soll ein solcher Organismus aber stetig und organisch funktionieren, so bedarf er einer gewissen Anzahl von mehr oder weniger ständig ihm Verpflichteten. Die Mitglieder werden darum aus ihrer Mitte einen oder den andern wählen, der für diese Arbeit besondere Neigung hat, und ihn zum haupt- oder nebenamtlichen Beamten des Instituts machen. Diese — sehr wenigen — Beamten werden Referenten für gewisse Spezialthemen oder Leiter gewisser Abteilungen sein. Es wird völlig von den Geldmitteln und vom Umfang der zu bewältigenden Arbeit, vom Grad des Interesses der jüdischen Erzieherschaft abhängen, wie groß die Zahl dieser Referate und Abteilungen sein wird; aber man kann sich leicht vorstellen,

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