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Der Jude · 1920-01-01 · Heft 7 · p. 417

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Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 7
Article
Die Araber in Palästina
Date
1920-01-01
Page
417 (sequence 4)
Language
German
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Bemerkungen: Die Araber in Palästina 417 mit den extrem-nationalen mohammedanischen Arabern gegen ihren vermeintlichen gemeinsamen Feind, gegen die jüdische Herrschaft über die heiligen Stätten und das Grab Christi, zusammengeschlossen. Die mohammedanisch-christlichen Vereinigungen, die in Palästina gegründet wurden, sind nur künstliche Gebilde. Wenn erst der Zionismus verwirklicht wird und sich zeigen wird, daß er keinerlei Herrschaft über die christlich-religiösen heiligen Stätten erstrebt, was ja dem Wesen einer nationalen Bewegung ganz fremd ist, so wird auch die letzte Grundlage für diesen Zusammenschluß entfallen. Denn die imperialistisch-nationalen Bestrebungen der mohammedanischen Araber, die auch Palästina und den christlichen Libanon umfassen, stehen zu den religiösen und nationalen Interessen der christlichen Araber in absolutem Gegensatz. Die Zeitungen der christlichen Araber in Haifa und Jaffa haben das bereits begriffen. Sie haben bereits begonnen, die Berechtigung unserer nationalen Ansprüche auf unser historisches Land anzuerkennen, besonders nachdem einerseits die fürchterlichen Pogrome der Mohammedaner gegen die christlichen Dörfer stattgefunden hatten, anderseits durch den Beschluß von San Remo eine vollendete Tatsache geschaffen worden war. Aber in den Städten findet sich auch eine mohammedanisch-arabische Intelligenz, und ihre Führer, besonders die Adligen und die Großgrundbesitzer, die politischen Ehrgeiz haben und hohe Ämter und Ministerposten in der arabischen Regierung erstreben, sind die Stützen der Herrschaft einer Regierung in Damaskus über Palästina. Die reichen Effendis, die bis heute noch das türkische System in der Landarbeit fortsetzen und die Fellachen in Fronknechtschaft halten, sind für eine arabische Regierung, weil sie hoffen, daß der ungestörte Besitz ihres Bodens, auch des unbebauten, sowie das türkische System der Steuererhebung, das sie selbst frei ließ und ihnen sogar reiche Einkünfte verschaffte, erhalten bleibt. Man kann ohne Übertreibung sagen, daß, wenn man den Effendis in diesen Punkten Garantien geben ünd ihnen hohe Ämter zugänglich machen würde, kaum mehr als 10—20 Männer übrig Reiben würden, die ehrliche Anhänger des arabischen Nationalgedankens sind und naiverweise annehmen, daß der Zionismus die Existenz des arabischen Volkes untergraben würde. In den Städten gibt es auch alte angesehene Scheichs, die genaue Kenner des Korans und der Bibel sind, auf Grund der biblischen Verheißungen die Wiederbesiedlung durch die Juden voraussehen und ihr als einer göttlichen Fügung nicht zu widersprechen wagen. Die Furcht, den Nationalisten als Verräter zu erscheinen, hindert sie aber, ihre Überzeugung öffentlich auszusprechen. Wenn erst die Forderungen der arabischen Nationalisten sich auf ihre natürlichen und berechtigten Grenzen, das Gebiet von Syrien allein, beschränken werden, dann werden auch diese und viele gleichdenkende arabischen Elemente sich öffentlich äußern können, wie es die ländlichen Scheichs und Dorfhäupter bereits in ihrer Erklärung gegen den Antizionismus getan haben. So stellen sich heute die Beziehungen der palästinensischen Araber zur zionistischen Bewegung dar. Wie stehen nun umgekehrt die palästinensischen Juden und die Juden der ganzen Welt zur arabischen Bewegung? Es ist klar, daß sie in ihren natürlichen und berechtigten Grenzen unsere Achtung und Sympathie verdient. So wie wir die Wiederbelebung unseres Volkes auf seinem Boden und die der Armenier in ihrem Lande wünschen, so wünschen wir auch von ganzem Herzen eine neue Blüte des arabischen Volkes. Seine nationalen Rechte in Syrien, Mesopotamien usw. sind ebenso gerecht und heilig, wie die Rechte unseres Volkes auf Palästina. Klar aber ist auch, daß die imperialistische arabische Nationalbewegung, die von einem arabischen Reiche vom Taurus bis zum Indischen Ozean träumt, bei uns ebenso wenig Sympathie finden kann, wie sie das bei der Entente vermochte. In den Ländern Europas setzt man jetzt auf die Renaissance der kleinen Nationen im nahen Orient, der Generationen lang in lethargischem Schlafe lag, große Hoffnungen. Wir, die Orientvölker, müssen uns bemühen, diese Hoffnung nicht zu enttäuschen. Die Renaissance des jüdischen Volkes in seinem Lande ist vielleicht der einzige Weg, auch

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