Mannheim
Compact Memory

Der Jude · 1920-01-01 · Heft 5-6 · p. 337

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 5-6
Article
Briefe zur Vorgeschichte der "Chibath-Zion"
Date
1920-01-01
Page
337 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3101111-3101163-3101169-3105533--4190-3105647
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Briefe zur Vorgeschichte der „Chibath-Zion" 337 gegeben, daß ich die beste Aufnahme mit dem Kolonisationsprojekt finden werde. — Sie sehen, teurer Freund, ich bin tätig, wie es einem wahren Israeliten geziemt. Das Schreiben liegt beim Direktor der orientalischen Aka- * demie behufs der Übersetzung, welche ich dem israelitischen Vorstand vorlegen werde, um ein Komitee der Alliance zu gründen, welches sie auf persönliches Ansuchen des Dr. Güdemann und des Dr. Compert nicht tun wollte, wegen mancher Bedenken gegen die Bereitwilligkeit der türkischen Regierung, welche durch die Empfehlung behoben sind. Herr Dr. Compert hofft, daß die letztere vom Vorstand beachtet werden muß; ich werde Ihnen das Ergebnis mitteilen. Dr. Compert kannte Rom und Jerusalem, da er es hat, wie er mirs sagte, erwähnte dessen mit Achtung. Ich werde an die Alliance Isr. Univ. G. A. Kohns [?] Kopien einsenden und um Empfehlungen in Konstantinopel bitten, auch um Geldunterstützung zur Reise. Im Falle mir die letzte nicht gewährt werden sollte, um die Reise nach Konstantinopel vorzunehmen, unternehme ich die Reise dennoch. Ich lasse mich von keinem Hindernisse abhalten und hoffe, daß Gottes Hilfe, die mir bisher trotz der Apathie der Judentümelei und meiner großen Armut doch half, auch ferner helfen werde. Berichten Sie mir nach Stuhl Weißenburg, da ich über Ungarn nach Konstantinopel reise. Ich bitte Sie Erkundigung bei H. Levin [Leven?] einzuholen über das Ergebnis meines Briefes an die Alliance nebst einem Schreiben aus Amsterdam bezüglich der Berufung einer Konferenz im Frühjahr, worüber ich seit ca. 8 Wochen keine Antwort erhielt. Segensreich für unser Unternehmen wäre, wenn Sie ebenfalls nach Konstantinopel kommen möchten, da sie des Französischen vollkommen kundig sind. Ich bitte um baldige Antwort. Ich gedenke vor Ende dieses Monats abzureisen, bis dahin die nötigen Spesen mir zu verschaffen. Was in Ihrer Macht steht, tun Sie. •udj; roio1? ntßryn *\m rwym rwn nrw djj Meine Hand ermattet, ich muß schließen. Ich bitte Sie, Herrn Advokat Levin die besten Wünsche für sein Wohl gefälligst zu überbringen. Gott mit Ihnen. Ihr aufrichtiger Freund Wien, 12. März 1867. Josef Natonek. PS. Der Sekretär des türkischen Botschafters und erste Attache gab mir Adressen. Ich wurde mit Auszeichnung selbst vom Gesandten behandelt und mir die Versicherung gegeben, unser Unternehmen werde die beste Unterstützung finden. Man ersuchte mich in den Zeitungen keinerlei Mitteilungen über das Schreiben zu machen, bis ich es übergeben und in Ordnung gebracht. ~ Sapienti sat. — Natonek. Wenn Sie in den Zeitungen für die Kolonisation playdoyieren wollen, so sei es behufs der Berufung einer Konferenz etc. meiner Reise nach Konstantinopel im allgemeinen erwähnen, speziell wird dies Debatte, Freie Presse, Wanderer bringen. Natonek. Heft 5/6. * 22

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.