Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 5 (1920-1921)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Briefe zur Vorgeschichte der "Chibath-Zion"
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 335 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefe zur Vorgeschichte der „Chibath-Zion" 335 verhaßte Proletariat lichten zu können. Nur muß man natürlich auch hier die richtigen Männer treffen, mit welchen Sie Sich in Verbindung setzen könnten» oLehren, den Sie, wie es scheint, für die passende Persönlichkeit halten, ist nicht nur nicht hierfür geeignet, sondern, wie es mir scheint —• ich kann natürlich irren — sogar gefährlich, wenn er einigen entscheidenden Einfluß hierauf gewinnen sollte. Er ist, mit Ausnahme auf talmudischem Gebiete, durch und durch Mystiker; er kann sich daher mit Begriffen, Ansichten und Plänen, die auf natürlicher, nüchterner Grundlage beruhen, nicht nur nicht befreunden, sondern sieht sogar in denselben für die Religion Gefährliches. Außerdem ist dieser gute, brave, für das Judentum glühende, aber vorurteilsvolle Mann von Menschen umgeben, die Interesse daran haben, daß die faule Wirtschaft, die die Leitung der Angelegenheiten unserer armen Brüder in Palästina auszeichnet (?) bestehen bleibe. — Diese werden daher allen ihren Einfluß gegen das gedachte Projekt anwenden. Aber ein anderer, einflußreicher nicht allein bei Juden, sondern auch bei Christen, ein in Paris bei dem Credit mobilier gut bekannter Namen ist der Portugiese Dr. Sarphati. Wenn Sie den für Ihren Plan gewinnen können, haben Sie viel, sehr viel gewonnen. Dieser Mann, orthodox wie er ist, wird wahrscheinlich hierzu zu bewegen sein. Und was dieser Mann auszuführen im Stande ist, davon können Sie Sich kaum einen Begriff machen. Derselbe kann Ihnen auch den Verein: Tot Nut von Israel (zum Wohle der Juden hier im Lande) eine über ganz Holland verzweigte Gesellschaft, verfügbar stellen. Mit dem gedachten Herrn also müssen Sie Sich in Korrespondenz setzen. Ich würde die Sache einleiten, wenn ich nicht durch persönliche Verhältnisse daran verhindert wäre. Wenn Sie gute Empfehlungen von Paris mitbrächten, könnten Sie persönlich, so scheint es mir, bei demselben, vielleicht auch noch bei anderen einflußreichen Männern hierselbst viel ausrichten. Hiermit glaube ich für diesmal meinen * ° Briet schließen zu können, in der Hoffnung, recht bald von Ihnen mit einer Antwort erfreut zu werden. Ich bin sehr gern bereit, Ihnen dann und wann von meinen Verhältnissen Nachricht zu geben; dieselben sind Gottlob jetzt von der befriedigendsten Natur. Nächstens "hVn speziellere Mitteilungen. Leben Sie mir recht wohl und mögen Sie in Ihrem\ edlen Streben die verdiente Unterstützung finden, wie es von ganzem Herzen wünscht, Ihr Freund Dr. Dünner. VI. Sr. Wohlgeboren Herrn Dr. M. Heß in Paris. Verehrtester Freund! Nachdem ich vier Wochen vergebens auf meine zwei Briefe einer Antwort harrte, erachte ich es als meine Pflicht, an Sie die Bitte zu richten, mir die Ursache mitzuteilen, damit ich aus der Besorgnis um Ihre Gesundheit befreit bin, wenn diese eine recht gute ist, was ich herzlich wünsche. Wenn Ihre