Mannheim
Compact Memory

Der Jude · 1920-01-01 · Heft 5-6 · p. 332

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 5-6
Article
Briefe zur Vorgeschichte der "Chibath-Zion"
Date
1920-01-01
Page
332 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3101111-3101163-3101169-3105533--4185-3105642
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

332 Theodor Zlocisti: hochgeachtetes Mitglied ich Sie freudig begrüße, eine wirksame Stütze zu werden, und da Sie mir mitteilen, Sie wollen nächstens nach Frankfurt reisen, so können Sie dort außerordentliches leisten, denn von Herrn Baron von Rothschild erhielt ich unterm 4. ds. Mts. in den ehrendsten Ausdrücken ablehnende Antwort „aus verschiedenen Gründen", ohne daß jedoch ein einziger derselben angegeben wurde, und vom Herrn Dr. Hirsch, Redakteur des „Jeschurun", erhielt ich heute ein freundliches Schreiben, welches mir zwar die Gewißheit verschafft, daß dieser strenge Denker nicht gegen uns ist, dennoch der Hauptsache nach ausweicht. Ich antworte ihm morgen in einem ausführlichen Schreiben, doch dürfte Ihre persönliche Anwesenheit wirksamer sein. Ich rechne auf Ihr Talent, auf Ihren Eifer, und ersuche Sie, mich gefälligst mit den Erfolgen bekannt machen zu wollen. — Fast ebenso wichtig, wie die Besiegung Frankfurts scheint mir die Acquisition der von Ihnen genannten Herren Dr. Goldschmidt, Graetz, Philippson etc. Sie würden sich ein hohes Verdienst um unseren Verein erwerben, wenn Sie diese Herren veranlaßten, sich entschieden für unsern Verein auszusprechen. Noch haben wir weder aus Leipzig, noch aus Breslau einen Pfennig erhalten, doch hat der Herr Dr. Philippson erklärt, er wolle uns beitreten, wenn der Verein erst recht viel Mitglieder und Mittel habe!! — In Nr. 35 bringt der Hamagid eine lange, sehr ausführliche Besprechung Ihres Werkes „Rom und Jerusalem" und empfiehlt dasselbe aufs wärmste, findet aber unbegreiflich, weshalb Sie unseres Kolonisationsvereins nicht erwähnen. Wenn Sie erlauben, will ich als Ihr Verteidiger auftreten, und ich werde dies als die schönste Sühne des ungerechter Weise gegen Sie gehegten Verdachtes ansehen. — Es wird Ihnen angenehm sein, zu erfahren, daß unterm 3. ds. Mts. Herr Oberrabbiner Dr. N. Adler zu London unserm Verein als Mitglied beigetreten ist. Mit größter Hochachtung ganz ergebenst Dr. H. Lorje. III. Frankfurt a. 0., 15. Okt. 65. Herren Bankier Levy-Bing & Herrn Dr. M. Heß. Hochgeehrte Herren! Bevor Sie Hand ans Werk legen, wünschen Sie Auskunft über zwei Fragen, weshalb ich mich nach Schluß der Feiertage beeile, Ihrem Wunsche nachzukommen. Betreffs der Bankierfrage habe ich die Ehre, mitzuteilen, daß das Haus Hollander & Lehren zu Amsterdam (Akiba Lehren) die Güte hatte, sich zur Empfangnahme von Geldern für den Kolonisations-Verein für Palästina (zu Frankfurt a. O.) bereit zu erklären und daß dieses berühmte Haus von uns befugt und berechtigt worden, sowie daß bereits Gelder bei demselben eingegangen sind*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.