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Der Jude · 1920-01-01 · Heft 1 · p. 52

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 1
Article
Rassenkunde
Date
1920-01-01
Page
52 (sequence 4)
Language
German
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52 Umschau: Rassenkunde Societies. New York 1905. — Judt, Die Juden als Rasse. Berlin 1903. — Auerbach, Die jüd. Rassenfrage. Arch. f. Rass. u. Ges.-Biol. 1907. In diesen Arbeiten sind alle übrigen Einzeluntersuchungen zitiert. — Von grundlegender Bedeutung ist ferner: Virchow, Gesamtbericht über die Farbe der Augen, Haare und Haut bei den Schulkindern Deutschlands. Arch. f. Anthr. Bd. XVI, 1885. x. Der Schädelindex» Der Schädelindex, der bis jetzt als eines der wichtigsten Rassenmerkmale gilt, ist an rund 4000 Juden gemessen worden. Die Bewertung der Resultate ist aber dadurch aufs äußerste erschwert, daß die Berechnung und Verteilung der Werte auf die drei Hauptklassen der Langköpfe, Mittelköpfe und Kurzköpfe bei den verschiedenen Untersuchungen stark abweicht. 1907 berechnete Auerbach nach einheitlicher Reduktion aus 3212 bis dahin veröffentlichten Messungen: 1,7% Langköpfe, 23% Mittelköpfe, 75i3% Kurzköpfe. Der Kurzkopf, und zwar geringeren Grades (Index unter 85), ist also für die große Mehrheit der Juden kennzeichnend. Fishberg jedoch, der selbst weit über 1000 Messungen vornahm, leugnet, daß überhaupt eine bestimmte Schädelform für die Juden charakteristisch ist. Er behauptet, daß die Juden in den verschiedenen Ländern, je nach der Kopfform der Landesbewohner, vorwiegend langköpfig oder mittelköpf ig oder kurzköpf ig oder extrem kurzköpfig sind. Daraus folgert er, daß die einzelnen Gruppen von Juden einander ferner stehen als ihren nichtjüdischen Landesgenossen, und daß die Kopfform der Juden überhaupt durch Mischling mit den Landesbewohnern zu erklären ist. Es gäbe also nur Juden der Religion nach, nicht der Rasse nach. — Fishbergs Tatsachen sind richtig, seine Folgerung falsch. Die aschkenazischen Juden, die von den 15 Millionen Juden auf der Erde mindestens 14 Millionen ausmachen, zeigen in allen Ländern, in denen sie gemessen wurden, eine erstaunlich gleichartige Zusammensetzung. Auch nach Fishberg finden sich unter ihnen bei 2865 Messungen 2,3% Langköpfe, 20,5% Mittelköpfe, 77,2% Kurzköpfe, also fast die gleichen Zahlen, die Auerbach fand; und die Unterschiede*) für die einzelnen Länder sind ganz ge- *) Fishberg versucht auch noch aus diesen Unterschieden für die einzelnen Gruppen der osteuropäischen Juden (Großrußland, Ukraine, Weißrußland, Polen, Galizien, Rumänien) eine Annäherung an die betreffende Landesbevölkerung zu konstruieren. Allein eine kritische Durchrechnung ergibt, daß eine solche Parallelität nach seinen eigenen Zahlen nicht besteht. ringfügig. Die aschkenazischen Juden, die erdrückende Mehrheit der Gesamtzahl, bilden also eine Masse von durchaus einheitlicher Rassenschichtung („Rasse" im Sinne unserer Einleitung). — Ihnen stehen sehr nahe die sephardischen (spaniolis'chen) Juden, deren Zahl auf etwa 700000 zu schätzen ist; nach Fishberg zeigen sie bei 388 Messungen 8,5% Langköpfe, 42,3% Mittelköpfe, 49,2% Kurzköpfe. Die Unterschiede mögen zum Teil durch die geringe Zahl der Messungen, die meist älteren Datums sind, bedingt sein, und Judt nimmt daher an, daß überhaupt keine Unterschiede in der Kopfform zwischen Aschkenazim und Sephardim bestehen, Es bleibt dann nur noch ein kleiner Rest von insgesamt 250—300 000 Juden, der in eine ganze Reihe kleiner Gruppen zerfällt: die yemenitischen (südarabischen), die nordafrikanischen und orientalischen (d. h. schon vor der spaniolischen Einwanderung in diesen Ländern ansässigen), die kaukasischen und grusinischen Juden. Diese kleinen Gruppen zeigen starke Abweichung vom allgemeinenjudentypus. Die yemeni tischen, nordafrikanischen und mesopotamischen Juden sind vorwiegend langköpfig, die kaukasischen und grusinischen hochgradig kurzköpfig. Die historische Forschung lehrt nun, daß diese Gruppen häuptsächlich aus Proselyten bestehen, sie sind in der Tat Juden nur der Religion, nicht der Rasse nach, prinzipiell ebenso wie die abess'.nischen Falascha, die schwarzen Juden in Indien, die Karäer in der Krim, die den letzten Rest der Chazaren darstellen, oder die „Gerim" in Palästina. Die Verkennung dieser Zahlenverhältnisse hat Fishbergs Irrtum herbeigeführt; auf die Rassencharaktere der Gesamt judenheit sind diese abweichenden Gruppen ganz ohne Einfluß. Der Schädelindex zeigt also ganz das Bild, das von der Rassengeschichte der Juden gefordert wird: nicht ein Typus, aber eine einheitliche Schichtung von Typen. Also alte Mischungen, die infolge langen darauffolgenden Rassenabschlusses zu einem neuen einheitlichen Gefüge verschmolzen sind. 2. Andere Eigenarten des Körperbaues. Sehr kurz können wir andere Eigentümlichkeiten des Körperbaues übergehen, weil hierüber wenig Untersuchungen vorliegen. Wichtig ist noch die Schädelhöhe, die nur von Dybowsky-Stieda (Arch. f. Anthr. XIV, 1883) und in einer methodisch musterhaften Arbeit von Weißenberg (Arch. f. Anthr. XXIII, 1895) untersucht worden ist. Beide fanden, daß die Juden einen ziemlich niedrigen Schädel haben. Das bringt sie in scharfen Gegensatz zu den Ar-

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