Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 5 (1920-1921)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Geschichte von Rabbi Gadiel dem Kinde
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 33 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Geschichte von Rabbi Gadiel dem Kinde 33 lust, und bereiteten Herz und Hände der Rohesten unter ihnen vor, bis der Abend des Peßachfestes kam. Sobald der Peßachabend kam, sammelten sich viele von den Geringsten unter den Völkern mit Äxten und Beilen, zu erschlagen, auszutilgen und zu vernichten den ganzen Samen Israels. Und weil der Vater des Rabbi Gadiel zu jener Zeit der Größte in der Gemeinde war, kamen sie zuerst zu ihm, nach der Weise des Schriftwortes: Beim Großen begann er, das Haus über seinen Bewohnern umzukehren. Der Hausherr und seine Hausgenossen saßen angelehnt und erzählten sich vom Auszug aus Ägypten in jener Nacht, und von den wunderbaren und großen Taten des Schöpfers, der seine Söhne hilfreich führt, da öffnete sich die Tür unter lautem Lärm und eine Schar rohen Pöbels drang ein und verwirrte das ganze Haus. Das sahen die Bewohner des Hauses und fürchteten sich sehr, denn die Angst vor den Völkern war über sie gekommen. Da standen sie auf und verbargen sich, dieser hierhin, jener dorthin, und Rabbi Gadiel, der klein war, sprang in den Becher des Elija und niemand bemerkte, wohin er gekommen war; und er lag dort einige Augenblicke, da kam ihr Priester und hob den Becher hoch und trank den ganzen Wein, um Blut darein zu gießen. So lag Rabbi Gadiel im Leibe jenes Bösewichtes, und jener Bösewicht spürte ihn nicht, denn er hatte all seine Tage keinen Wein gekostet, der "nach den Satzungen ihrer Religion und ihres Glaubens verboten ist, und er dachte, dies sei die Art des Weines, daß er ein wenig Beklemmung im Leibe verursacht. So lag Rabbi Gadiel im Leib jenes Bösewichtes, und er wartete nicht, bis er im Körper jenes Bösewichtes aufgehen und zu einem Fleische mit ihm würde, ein Stück Unreines wie er, sondern sann nach über die sieben Wissenschaften und die siebzig Sprachen, um nicht über Worte der Thora zu sinnen an einem solchen Ort. Als die Völker beendet hatten — unerhört ist ihr Tun — und den Becher mit Blut gefüllt, stellten sie Wächter dabei auf, und riefen die Ältesten der Gemeinde und den Richter, der in jenen Tagen war, und wiesen auf das Blut und sprachen: Seht ihr diese Juden, die unser Leben nehmen und unser Blut saugen, davon an den Tagen ihrer Feste zu trinken. Sofort wurden die Ältesten der Gemeinde voller Wut und Zorn, und taten den Vater des Rabbi Gadiel, seine Mutter und seine Brüder in eiserne Ketten und warfen sie ins Gefängnis und peinigten sie mit furchtbarer Grausamkeit und warteten auf den Befehl des Königs, sie gänzlich auszutilgen. Die Sache kam vor den König, und Rabbi Gadiel lag im Wanst jenes Bösewichtes und nährte sich vom Becher des Elija, und sann nach über Worte der Weisheit und Anmut, über die Gleichnisse der Völker und die Gespräche der Menschen. Und das Reich war ein Reich der Milde, und man hielt kein Gericht über Leben und Tod, ohne getreuliche Prüfung Hrft x. o