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Der Jude · 1920-01-01 · Heft 1 · p. 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
5 (1920-1921)
Issue
Heft 1
Article
Theodor Herzls Verhandlungen mit dem türkischen Sultan
Date
1920-01-01
Page
10 (sequence 2)
Language
German
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10 Theodor Herzls Verhandlungen mit dem türkischen Sultan Zeit ungefähr zwei Millionen Pfund brauche." Sein Appell hatte aber keine Wirkung; auch andere, zum Teil von vornherein aussichtslose Pläne, das Geld aufzubringen, konnten nicht realisiert werden. Einen offiziellen Bericht über seine Konstantinopeler Verhandlungen im Jahre 1901 erstattete Herzl erst in der Eröffnungsrede zum fünften Zionistenkongreß, der vom 26. bis 29. Dezember 1901 in Basel stattfand. Er sagte damals: „Ich hatte im Mai dieses Jahres die Ehre, von Sr. Majestät dem Sultan Abdul Hamid in längerer Audienz empfangen zu werden. Die Güte und Herzlichkeit dieses Empfanges hat mich mit den besten Hoffnungen erfüllt. Ich gewann aus den Worten und dem Verhalten Sr. Majestät die Überzeugung, daß das jüdische Volk an dem regierenden Khalifen einen Freund und Gönner hat. Der Sultan hat mich ermächtigt, dies öffentlich mitzuteilen. Mögen es denn die Juden der ganzen Welt erfahren, mögen sie auch verstehen, welche Aussichten für sie in dieser Tatsache enthalten sind, und mögen sie endlich bereit sein zur Aktion, durch die sie sich selbst helfen und zu neuem Aufblühen des türkischen Reiches beitragen können." — Über die zweite Reise Theodor Herzls nach Konstantinopel veröffentlichte „Die Welt" in ihrer Nummer vx>m 21. Feber 1902 an leitender Stelle folgende Notiz: „Wien, am 20. Feber 1902. — Einer Einladung folgend, reiste Herr Dr. Theodor Herzl Ende der vorigen Woche nach Konstantinopel. Auf dieser Reise begleitete ihn Mr. Joseph Cowen, einer der Governors des Jewish Colonial Trust in London. Während der Dauer seines Aufenthaltes in Konstantinopel war Herr Dr. Herzl der Gast des Sultans." Weitere Veröffentlichungen über diese Reise erfolgten nicht. Zum dritten Male weilte Theodor Herzl im Juli 1902 in Konstantinopel. Die Nachricht der „Welt" vom 25. Juli, von der im ersten Teile des unten veröffentlichten Briefes die Rede ist, findet sich auf Seite 6 unter der Rubrik „Korrespondenzen und Telegramme" und hat folgenden Text: „Wien, 24. Juli. Herr Dr. Herzl ist in Begleitung des Präsidenten der Jüdischen Kolonialbank, Herrn D. Wolffsohn nach Konstantinopel abgereist." — Die „Amplifizierung" besteht offenbar in dem zu Wolffsohns Namen hinzugefügten Titel. Über diese letzten Verhandlungen mit der türkischen Regierung brachte „Die Welt" an der Spitze ihrer Nummer vom 8. August 1902 das folgende offizielle Kommunique: „Wien, 7. August. — Nach zehntägigem Aufenthalte in Konstantinopel sind die Herren Dr. Herzl, Präsident des Zionistenkongresses, und D. Wolffsohn, Präsident des Jewish Colonial Trust, zurückgekehrt. Die Herren Dr. Herzl und Wolffsohn waren am 22. Juli nach Konstantinopel gefahren; Dr. Herzl hatte eine telegraphische Einladung Sr. Majestät des Sultans erhalten. Er wurde mit der größten Auszeichnung behandelt und war während der ganzen Dauer seiner Anwesenheit Gast des Sultans. — Die Verhandlungen wurden von türkischer Seite diesmal durch Se. Hoheit den Großvezir Said Pascha, sowie durch Ihre Exzellenzen, den ersten Sekretär des Sultans, Tashin Bey, den Oberzeremonienmeister und Dragoman des kaiserlichen Divans, Ibrahim Bey, und den Kämmerer des Sultans, Aarif Bey, geführt. — Herr Dr. Herzl hatte zwei lange Konferenzen mit dem Großvezir und jeden Tag im Yildiz-Kiosk eingehende Besprechungen mit den Vertretern

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