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Der Jude · 1919-01-01 · Heft 11 · p. 524

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Journal
Der Jude
Volume
4 (1919-1920)
Issue
Heft 11
Article
Ansprache des Generals Smuts
Date
1919-01-01
Page
524 (sequence 3)
Language
German
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5*4 Dokumente des Zionismus zionistischen Föderation übereinstimme und dafür halte, daß die wahrhafte Lösung des jüdischen Problems die Wiedergutmachung des großen Unrechts ist, das den Juden vor zweitausend Jahren angetan wurde. Ich brauche es Ihnen nicht zu sagen, Sie wissen es besser als ich, daß die Juden eines der nationalgesinntesten kleinen Völker gewesen sind, die jemals gelebt haben, national bis zum Fanatismus, und daß sie dafür gebüßt haben, daß sie fanatisch waren, daß sie national waren und daß sie ein kleines Volk wären. Sie sind zwischen die Mühlräder der Geschichte geraten. Die großen Reiche, die über die Oberfläche Asiens hin- und hergewandert sind, kamen auch wiederholt in Streitigkeiten mit dem jüdischen Volke und das Ergebnis war, wie sie wissen, daß die Juden nach vorangegangenen Verschleppungen aus ihrem Lande schließlich ganz vertrieben und über die Erdoberfläche verstreut wurden. Und seither ist ihre Geschichte ein Martyrium, Ich glaube, daß nichts in der ganzen Geschichte der Menschheit mit der Vergangenheit des jüdischen Volkes zu vergleichen ist. Und doch habt ihr trotz all dem euren Glauben bewahrt, ihr habt eure Selbstachtung bewahrt, ihr habt eure nationalen Ideale bewahrt und ihr lebt heute noch unter den Nationen der Welt. Ihr seid nicht aufgegangen in den anderen Völkern, nicht mit ihnen verschmolzen, ihr habt eure Wesensart nicht verloren, und alle Drangsale und Verfolgungen, alle Wechsel der Menschheitsgeschichte habt ihr überlebt. Ihr habt sie überlebt, und der Tag wird kommen, wo das Wort der Propheten sich erfüllen und Israel in sein Land zurückkehren wird. Ich bin sehr glücklich, daß es mir vergönnt war, einen wenn auch noch so bescheidenen Anteil zu den großen Erfolgen beizutragen, die in dieser Richtung schon erzielt worden sind. Ich erinnere mich sehr gut an die von Mr. Alexander erwähnte Begebenheit: als ich nach meiner Rückkehr von Ostafrika krank zu Hause lag und Herr Nathan Levi zü mir kam mit den von der zionistischen Föderation aufgestellten Resolutionen. Ich gab ihm die Versicherung, daß ich, wenn immer sich die Möglichkeit bieten würde — ohne zu ahnen, daß sich mir jemals die Möglichkeit bieten würde — den Zionisten zu helfen bereit sei. Es war einer jener Blankoschecks, die Politikermanchmal ausstellen. Ich sagte: „Sicherlich werde ich mein Möglichstes tun, wenn sich die Gelegenheit ergibt, diese Resolutionen der zionistischen Föderation zu unterstützen!" Ich wußte nicht, daß ich diesen Scheck zu honorieren haben und daß der Tag kommen würde, der mich in die Lage setzte, die Wünsche der zionistischen Gemeinschaft der ganzen Welt ausführen zu helfen. Aber es geschah, daß nach meiner Ankunft in Europa das Schicksal in einer sonderbaren Weise mein Geschick mit dem Ihres Volkes und Ihres Landes verknüpfte. Nachdem ich kurze Zeit dort gewesen war — es dürfte im Mai 1917 gewesen sein —, ersuchte mich der Premierminister Lloyd George, das Kommando der britischen Truppen in Palästina zu übernehmen. Ich wollte das nicht annehmen, denn ich hatte genug des .Kampfes. Nach so vielen Jahren des Kommandos in allerlei Feldzügen dachte ich, ich könne im Mittelpunkt der Begebenheiten von größerem Nutzen sein und wertvollere Arbeit leisten. Und so lehnte ich es ab, in Palästina militärische Ehren zu suchen. Aber, meine Damen und Herren, Sie verstehen wohl, daß ein Antrag wie dieser, der mir wiederholt gestellt wurde, bevor ich ihn endgültig ablehnte, mir mehr als jemals vorher Palästina und die jüdische Frage überhaupt nahe rückte. Nachdem ich es abgelehnt hatte, nach Palästina zu gehen, wurde ich Mitglied des Kriegskabinetts und war wirklich im Mittelpunkt der Ereignisse. Und da begann die Bewegung zugunsten einer Deklaration für Palästina als der künftigen Heimstätte für die Juden. Der Gedanke ging von Dr. Weizmann und den anderen Führern der zionistischen Bewegung aus. Sie traten an gewisse Mitglieder der Regierung heran. Dr. Weizmann, der mir befreundet war, kam zu mir und drängte mich sehr, und ich erzählte ihm von dem Versprechen, das ich auf meinem Krankenlager gegeben hatte, und daß ich dieses Versprechen einlösen müsse. Und, meine Damen und Herren, ich habe mein Möglichstes getan, es einzulösen. Die Angelegenheit war außerordentlich schwierig und verwickelt und auch heikel. Wie Sie wissen, ist Palästina ein zum großen Teil von Arabern bewohntes Land; sehr wenige Türken, hauptsächlich Araber. Außerdem war es zu der Zeit, als die Bewegung zugunsten der Erklärung Palästinas als Heimstätte des jüdischen Volkes einsetzte, noch ganz in der Hand der türkischen Armee. Es erschien zumindest etwas vorzeitig, eine solche Deklaration zu erlassen, wie man sie von uns verlangte. Aber alle großen Dinge in der Welt werden im Vertrauen auf die Zukunft getan, und in diesem Geiste haben auch wir gehandelt. Wir glaubten an den Sieg unserer Sache, wir glaubten daran, daß der Tag kommen werde und daß er nicht mehr fern sei, an dem Palästina von der türkischen Unterdrückung befreit ist und

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