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Der Jude · 1919-01-01 · Heft 7 · p. 330

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
4 (1919-1920)
Issue
Heft 7
Article
Arbeiterliteratur in Palästina
Date
1919-01-01
Page
330 (sequence 5)
Language
German
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330 Hugo Bergmann: mittelt, und von denen oft nur ein kleiner Teil für den Leser aktuelles oder erzieherisches Interesse hat. In den Kuntras scheint keine Nachricht aufgenommen zu sein, welche nicht irgendwie eine lebendige Beziehung zum Kreise der Leser hätte. Einige dem Kuntras zu entnehmende Nachrichten über die Genossenschaftsbewegung in Palästina dürften für die Leser dieser Zeitschrift von besonderem Interesse sein. Ein Artikel gibt die durch das Arbeitsamt der Poale Zion mit Hilfe des Palästina-Arbeiterfonds begründeten Genossenschaften an: es sind die Druckerei der Zeitung „Chadaschot haarez" in Jerusalem, die Druckerei „Achduth" in Jaffa, ebendort eine Genossenschaft der Schneiderinnen, Schneider und Schuhmacher; in Haifa eine Schlosserei, eine Tischlerei, eine Häuserbau-Genossenschaft. Ein Verzeichnis der landwirtschaftlichen kooperativen Kwuzoth von Oettinger gibt für den Anfang des vorigen Jahres an, daß 31 Gruppen mit 446 Arbeitern eine Fläche von 17000 Dunam bebauten. Interessant sind die Nachrichten des Kuntras über die Anteilnahme der palästinensischen Studenten an der Arbeiterbewegung. Eine beträchtliche Anzahl von Studenten hat sich den Arbeiterorganisationen zu dem Zwecke zur Verfügung gestellt, um als Lehrer und Kulturträger in den Arbeitersiedlungen zu wirken. Jizchak Epstein, der bekannte Pädagoge, hat für diese Lehrer besondere Kurse eingerichtet, sie leben mit den Arbeitern, erhalten von der Gruppe denselben Arbeitslohn wie alle anderen und sorgen für die sprachliche und naturwissenschaftliche Fortbildung der Arbeiter. Noch sei aus dem Kuntras ein Artikel hervorgehoben, der die Beziehungen der palästinensischen Arbeiter, und zwar der linksstehenden, zum Hebräischen bei einem aktuellen Anlaß beleuchtet. Die Konferenz der englischen Poale Zion hatte dagegen protestiert, daß in Palästina das passive Wahlrecht an die Kenntnis des Hebräischen geknüpft werden soll, und hatte von dem palästinensischen Poale Zion eine Intervention gegen die Unterdrückung des Jiddischen verlangt. Gegen diese Zumutung wendeten sich die palästinensischen Arbeiter: „Für uns gibt es keine Sprachenfrage; die Geschichte gab unserem Volke einmal Land und Sprache; die Wiederbelebung Israels besteht in der Erneuerung des Volkes in seinem Lande und der Erneuerung seiner Sprache. Die Forderung der Kenntnis des Hebräischen bedeutet bloß einen minimalen Bildungszensus; wer die Sprache des Volkes nicht gelernt hat, der kennt die'Interessen des Landes nicht, kann seine Bücher und Zeitungen nicht lesen, vermag nicht zu verstehen, was in Versammlungen gesprochen wird, — welchen Zweck hätte eine solche Wahl? — Unseren Freunden im Auslande sagen wir: Räumet auf mit den Resten des nationalen Opportunismus. Die zionistisch-sozialistische Bewegung ist revolutionär im erhabensten Sinn. Sie hat die Begriffe überwunden, die in der Judengasse herrschen. — Soll sie sich dem sprachlichen Ugandismus fügen? In der großen jüdischen Revolution hat auch die hebräische Sprache ihren Platz. Vergeudet, Brüder, keine Kräfte, indem ihr gegen uns kämpft, die wir euch vorangegangen sind. Der Übergang des Arbeiters zur hebräischen Sprache in Palästina ist ein natürlicher." An letzter Stelle, acharon acharon chawiw, sei desjenigen Organs gedacht, das uns schon lange vor dem Kriege ein treuer Freund war, und nun zum neuen Leben erwacht ist: des „Hapoel hazair". Während des Krieges hat sich die Organisation des Hapoel hazair in den Sammelbüchern „Baschaa su" (In dieser Stunde)

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