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Der Jude · 1919-01-01 · Heft 7 · p. 331

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
4 (1919-1920)
Issue
Heft 7
Article
Arbeiterliteratur in Palästina
Date
1919-01-01
Page
331 (sequence 6)
Language
German
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und „Haarez wehaawoda" (Land und Arbeit) eine Tribüne geschaffen; seit.Beginn dieses Jahres erscheint — nunmehr im zwölften Jahre — der „Hapoel hazair" wieder; auch jetzt nicht ohne Fährlichkeiten, wie wir an dem heutigen Wechsel des Kopfes merken. Es ist unlängst gesagt worden, der „Hapoel hazair" stehe einzig da in der gesamten Zeitschriften-Literatur der Welt. Ist das Urteil übertrieben? Jedenfalls wird man lange suchen müssen, ehe man diese Vereinigung findet: Ein Blatt, das literarisch (Lyrik, Erzählung, Kritik) auf der höchsten Stufe steht, das Blatt der Jungen der Literatur, — auch die von Fichmann redigierte neue Monatsschrift „Maabaroth" (Stege), ebenfalls vom Hapoel hazair herausgegeben*), ist ein Blatt der Jungen —, dabei sachlich und inhaltreich in der Publizistik (nicht nur und am wenigsten in der Politik: wichtiger und charakteristischer sind die landwirtschaftlichen Artikel, z. B. einer von A. L. Jaffe über die Schaffung des neuen Typus von Arbeiterkolonien, der das System der Kwuzoth, der Siedlungen der Unverheirateten, durch Familienansiedlungen ergänzen will, ein Plan, der die palästinensischen Arbeiter jetzt sehr beschäftigt; oder ein Artikel über die Arbeiterbank, oder das vorzügliche Referat des verstorbenen Bussel über die Kwuzoth.) Und neben Literatur und Publizistik eine vorzügliche, sehr sachliche und erzieherische Berichterstattung aus allen Teilen Palästinas. Es ist unmöglich, auch nur einige Artikel der bisher erschienenen 30 Hefte zu resümieren, so sei denn nur auf einen hingewiesen: Der Arbeiter Baraz, ein Mitglied der Kooperative Dagania, dieser Hoffnung des Jischub, hat es im Auftrage des Hapoel hazair unternommen, nach Rußland vorzudringen und Nachrichten von dort ins Land zu bringen. Er schildert seine Erlebnisse in einer Reihe spannendster Feuilletons, die leider vom moralischen und materiellen Zustand der Juden in Südrußland wenig Gutes berichten können. Eine Episode aus seinem Bericht will ich hier wiedergeben. In Novorossijsk ist das Zentrum der russischen Genossenschaftsbewegung, die in den letzten Jahren so unerwartet aufgeblüht ist und vielleicht bestimmt ist, den Sozialismus in Rußland wahrhaft zu verwirklichen. Baraz kam dorthin und sprach in einer Versammlung, zu der alle Instruktoren der in der Nähe befindlichen genossenschaftlichen Siedlungen erschienen waren, über die Genossenschaftsbewegung unter den jüdischen Arbeitern und besonders über Dagania. Die Russen hörten mit großer Begeisterung zu. »Es wurde uns klar, daß trotz der großen Entfernung und den nationalen Unterschieden-uns alle ein Streben verbindet." Als Baraz geendet hatte, erhob sich einer der alten Arbeiterführer und sagte: „Fürchte dich nicht, kleine Herde! Kein Gedanke hat je die Welt auf breiten Straßen betreten, denn die Welt will nicht in ihrer Ruhe gestört sein.*1 Wenn wir die schmalen Hefte der palästinensischen Arbeiterzeitschriften in Händen halten, an die Schwierigkeiten denken, mit denen die wenigen Bücher dieser Bewegung, die ersten Vorläufer einer neuen hebräischen Literaturepoche, gedruckt werden, sind uns diese Worte des russischen Genossenschaftlers ein Trost: „Fürchte dich nicht, kleine Herde!" London HuS° Bergmann *) Die poalezionistische „Achduth haawoda" beginnt soeben mit der Herausgabe einer v°n J. Ch. Brenner redigierten Monatsschrift „Haadama" („Erde")*

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