Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 3 (1918-1919)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Loblieder
- Date
- 1918-01-01
- Page
- 431 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Loblieder 431 wenn meine Hände aller freveln Gewalt offen sind. Ich weiß wohl von Anfang an, Du hältst es jede Stunde vor meine Augen, daß Sünde mir Deine Ewigkeit in Zeit umpflügt. Ich weiß es ja, daß Du die Welt aus Sünde gebaut hast. Darum laß meine Hand Dir angebunden sein, daß sie entsündige. Nicht um Gerechtigkeit und Sündlosigkeit bitte ich Dich für meine Hände, sondern, daß sie nicht tun nach ihrer Zweiheit, so sie doch zwei sind. Der Griff der Rechten und der Griff der Linken bewähre sich als Ein-griff in die Welt, geeint aus des Abraham Einfalt. Die Heilen wenden sich der Sünde zu, sie zu lösen. Wie glücklich bei Dir sind die Raumungebundenen, wie innig in Dir gebaut sind die Gelösten aus der Reihurig von Tagen. Sie sind der Schechinah zugewandt und zerreißen nicht an dem großen Riß. Mein Gott, ich könnte mich lösen aus der Fessel der Zeit, denn ich weiß den Lösegroschen und kann ihn bezahlen. Höchster, ich könnte mich schwingen aus der Bindung des Oben und Unten, denn ich weiß um jenen Ort und kann über ihn gelangen. Nicht um des Heiles willen und nicht um des Rechten, um der Sünde und der Sünder willen bleibe ich in ihren Banden gebunden; denn nicht aus Deinem Heil, sondern aus Deiner Sündenwelt baue ich um Deinen An dem Krummen will ich mich geradaufrichten mit dem Krummen. [Thron. Denn Deine Heiligen wenden sich den Sünden nicht ab, sondern führen sie hinaus zum Heil. Der Götzen Würdigkeit bedarf ich nicht. Die sprechen götzensinnig beschwert: „Wenn du Gott so nahe bist, solltest du dich mit Würde umgeben!" Aber ich will mich nicht mit Würde umhängen. Sündig und frevlerisch bleibe mein Schritt nach jener Sünde und Frevel; Torheit und Albernheit bin ich offen, denn ich will auf meine Arme nehmen, wie eine Mutter ihr Kind hoch nimmt, alle Mächte der Sünde, Frevels, Torheit und Albernheit, bis ich sie bewältige und löse und Gott anbinde. Die Würde des Reigens zu Machanajim tanzt mein Wandel Haschern ist die Wurzel aller Dinge Einheit. Mein Gott, Du hast Dich vor meinen Augen sehr aufgetan; denn Du bist mir immer zugegen. Wenn ich des Tages gehe und mein Kopf sich abwärts neigt, dann bin ich ausgefüllt von Dir