Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 3 (1918-1919)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Loblieder
- Date
- 1918-01-01
- Page
- 430 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3101111-3101137-3101146-3103708--2812-3103813- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
430 Ernst Elijahu Rappeport: Doch abermals, wenn auch mein Herz aller Sünden gefüllt ist, wenn Du mir nehmen solltest alles Meine und alle die Meinen, ich würde mich nicht mit Dir ins Gericht stellen, sondern sprechen: „Haschern ist ein Gott des Lebens, darum lobe ich ihn. Denn alles was er zu sich sammelt, das sammelt er zum Leben, Was Du meinem Tag genommen, meiner Ewigkeit hast Du es gegeben!" Gott helfe den Gottlosen, denn wer ist elender, denn sie. Haschern, Du hast gesagt, Du wollest der Elenden Gott sein- Siehe auf die, die nach Dir schreien und wissen selbst nicht die Deutung ihres Rufes, denn wer ist elender als sie. Schaue auf die, die Dein Haus wiederbauen wollen aus Sand, denn wer wäre jämmerlicher als sie. Siehe, sie sind vor Elend blind, daß sie den nicht sehen, dem sie bauen. Herr, siehe doch auf ihre Wege, denn sie sind sehr verlassen. Ich werde nicht aufhören, zu ihnen zu sprechen, aber so Du Dich ihrer nicht erbarmest, werden sie mich nicht hören. Du hast gesagt: „Um der Elendsten willen". Siehe, wer ist elender, denn die in die Luft bauen. Die in Haschern Beschluß haben, deren Entschluß reißt die Welt um. „Ich bin müde meines Wandels, denn wo ich gehe, stoße ich auf mich." So sollt ihr sprechen, daß ihr euch nicht an euch selber zerstoßet. „Ich bin müde aller Habe, denn wo Habe ist, ist sie immer an das Mein gehängt" So sollt ihr sprechen, daß ihr nicht an dem Mein erhenkt werdet. „Ich bin müde meiner Liebe, denn sie gilt mir." Saget es, daß ihr nicht an eurem Gelten ersticket Aber ich habe mich überdeckt mit Haschern und zugeschlossen im Höchsten, da liebe ich mich inbrünstig mit seiner Liebe. Die Liebe des Höchsten segnet das Mein, die Fülle seiner Freude gilt — Mir. Die in Haschern Beschluß haben, deren Entschluß reißt die Welt um. Einfalte meine zwei Hände! Mein Gott, binde meine Händel Meine Hände gehn nach Bosheit und haschen dem Übel nach. Binde meine Hände an meine ein-gebundene Seele, denn was taugt es, daß mein Herz sich nach Dir wendet,