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Der Jude · 1918-01-01 · Heft 8-9 · p. 406

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Journal
Der Jude
Volume
3 (1918-1919)
Issue
Heft 8-9
Article
Praktisches zur Universitätsgründung in Jerusalem
Date
1918-01-01
Page
406 (sequence 3)
Language
German
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406 Adolf Fraenkel: Studien mit der Universität, dem Argument der Sparsamkeit und Ökonomie. Neben den speziellen technischen Abteilungen ist nämlich ein unentbehrlicher Bestandteil jeder Technischen Hochschule die sogenannte „Allgemeine Abteilung", die einmal Mathematik und Naturwissenschaften*), ferner Disziplinen allgemeiner Art wie Nationalökonomie, moderne Sprachen, Philosophie usw. zu umfassen pflegt; von diesen Fächern ist weitaus am wichtigsten die Mathematik, die in ziemlich weitem Umfang die Grundlage jedes höheren technischen Studiums bildet und deren Bedeutung im Rahmen der technischen Hochschulen sich schon rein äußerlich in der Tatsache zeigt, daß die mathematischen Professuren der Technischen Hochschulen mit nicht minder bedeutenden Kräften besetzt zu werden pflegen als diejenigen der Universitäten. All diese in der Allgemeinen Abteilung vertretenen Fächer fallen nun bei der Angliederung einer Technischen Fakultät an die Universität völlig weg, da diese Fächer ohnehin in der Philosophischen (bzw. Naturwissenschaftlichen und Volkswirtschaftlichen) Fakultät der Universität vertreten sind. Nicht einmal eine Vermehrung der Professuren für dieser Fächer — außer für Mathematik und allenfalls für experimentelle und technische Physik — ist dabei erforderlich. Weiterhin erübrigt sich auch die (in den Technischen Hochschulen übliche) Errichtung einer besonderen Abteilung für Chemie; eine kleine Vermehrung der chemischen Lehrstühle und namentlich ein Ausbau der Chemischen Institute der Universität wird vollauf genügen. Gegenüber diesen beträchtlichen Vorzügen und Ersparnissen fällt der einzige ernstliche Einwand nicht ins Gewicht, der gegen die Angliederung des technischen Unterrichts an die Universität erhoben werden kann: der Unterricht nehme in diesem Fall leicht einen zu abstrakten Charakter an. Dieser Einwand wird vollends nicht von Gewicht sein in Palästina, wo die Bedürfnisse der Gegenwart nach einer engen Verknüpfung des Ingenieurunterrichts mit der Praxis geradezu schreien werden. Da somit vom Fachbereich der Technischen Hochschulen die Allgemeine und die Chemische Abteilung wegfallen und da die landwirtschaftlichen Fächer zweckmäßigerweise gleich dem Forstwesen der Volkswirtschaftlichen oder Ökonomischen*' Fakultät zuzuteilen sein werden, so bleibt der Technischen Fakultät außer der Architektur und den nicht schon innerhalb der Mathematik behandelten Teilen des Vermessungswesens (und allenfalls späterhin dem Bergwesen) nur mehr der Kreis der Ingenieurwissenschaften im engeren Sinn übrig, also die für die spezielle Ausbildung der Bau-, Maschinen- und Elektroingenieure in Betracht kommenden Fächer. Die Reihe der an der jüdischen Universität einzurichtenden Fakultäten wäre hiernac hdie folgende: Juristische**), Ökonomische (Nationalökonomie, Statistik, Versicherungswesen, Land- und Forstwirtschaft), Philosophische, Naturwissenschaftliche***), Medizinische (auch für Tierheilkunde) und Technische Fakultät. *) Mit Ausnahme der sogleich noch besonders zu erwähnenden Chemie. **) Auf die überaus wichtige, nur im Einvernehmen mit den führenden palästinensischen und ostjüdischen *v#ja einer gedeihlichen Lösung zuzuführende Frage der Rechtsordnung kann in diesem Zusammenhang nicht näher eingegangen werden. ***) Gegen die aus Zweckmäßigkeitsgründen vielfach übliche Teilung der Philosophischen Fakultät in eine geisteswissenschaftliche oder im engeren Sinn philosophische und eine naturwissenschaftliche sprechen allerdings prinzipielle Erwägungen wie die, daß in Philosophie und Mathematik zwei Fächer vorliegen, die an sich zu den Geisteswissenschaften zu rechnen sind, die aber gleichzeitig grundlegend sind für die naturwissenschaftlichen Studien. (Vgl-

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