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Der Jude · 1918-01-01 · Heft 4 · p. 159

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Journal
Der Jude
Volume
3 (1918-1919)
Issue
Heft 4
Article
Die Bedeutung der Araberfrage für den Zionismus
Date
1918-01-01
Page
159 (sequence 13)
Language
German
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Die Bedeutung der Araberfrage für den Zionismus 159 Kolonien zu zusammengehörigen Blocks zu verbinden, somit das zwischen ihnen liegende Land möglichst aufzukaufen. Also Reibungsflächen bestehen, und wir sehen in ihnen eins der wichtigsten Probleme für die ganze ökonomische Weiterentwicklung Palästinas; denn bleiben die Gegensätze unüberbrückbar, so werden sich Araber und Juden immer schroffer gegenüberstehen, die Feindseligkeiten niemals aufhören, eine gegenseitige Befruchtung würde unmöglich sein. Ein späterer Geschichtschreiber hätte dann nur zu berichten, daß die Kämpfe zwischen Juden und,Arabern eine gedeihliche Aufwärtsentwicklung des Landes verhindert haben. Lassen sich die Gegensätze aber überwinden, dann werden die Juden zu einer starken Europäisierung der einheimischen Landwirtschaft beitragen, damit auch die Möglichkeit vergrößern, vielfach sogar erst schaffen zu einer eigenen palästinensischen Industrie, die sich, im Gegensatz z. B. zur ägyptischen, auf einen eigenen starken, kaufkräftigen Inlandsmarkt stützen kann. Wir glauben, daß sich die Schwierigkeiten werden überwinden lassen, und zwar durch die Art der jüdischen Kolonisation. Ich will auf diese Frage hier nur kursorisch eingehen und gedenke sie in anderen Zusammenhängen eingehender zu behandeln. Nur dies möchte ich bemerken, daß im allgemeinen nicht einzelne Privatleute arabisches Land in jüdischen Besitz überführen, sondern Organisationen; das zeigt die gesamte jüdische Kolonisationsgeschichte. Die Gründe sind sowohl in den rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Landes, als auch in den kulturellen Bedürfnissen der Juden zu suchen. Auf dem Gebiete, auf dem die größten Reibungsflächen zwischen Juden und Arabern bestehen — der Anlegung jüdischer Getreidekolonien — ist die Privatinitiative fast gänzlich ausgeschlossen, da die Getreidekolonien durchweg infolge des jahrhundertelangen Raubbaus der Araber schlecht rentieren, die ersten Jahre Zuschüsse bedürfen und im allgemeinen von Pioniergenossenschaften bewirtschaftet werden. Für Organisationen, deren Ziel es ist, das jüdische Kolonisationswerk in Palästina auf möglichst breite Basis zu stellen, muß naturgemäß das Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung von höchster Bedeutung sein. Und der Leiter des Palästinaamts, Dr. Ruppin, in dessen Händen bis zu Beginn des Krieges fast alle Kolonisationsbestrebungen vereinigt waren, war sich seiner Verantwortung völlig bewußt. So führte er in einer Rede aus: „Es ist aber zugleich eine unabweisbare Aufgabe, das Beieinanderwohnen von Juden und Arabern zu einem friedlichen und möglichst freundschaftlichen zu machen. . . . Wir haben zum allergrößten Teil nur solchen Boden gekauft, der für Getreidebau wenig geeignet und deshalb für die Araber fast wertlos ist. In den wenigen Fällen, wo wir Getreideboden gekauft haben, haben wir dafür gesorgt, daß die bisherigen Besitzer entschädigt wurden und ohne Groll*) blieben. Wir glauben, daß auch in der Zukunft noch viel Landerwerbungen zu machen sind, ohne daß den Arabern der Boden zu knapp wird, weil sehr viel Boden, der für die Araber ungeeignet ist, für uns als Pflanzungsboden verwendbar ist, und weil außerdem auch die Araber ihre landwirtschaftlichen Methoden verbessern*) und dadurch mit viel wenigerBodenauskommen*) als bisher, wo bei dem primitiven Fruchtwechsel viel Boden brachliegen mußte/' Diese Worte bestätigen unsere Ausführungen, daß es sich auch in der Zu- *) von mir gesperrt.

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