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Der Jude · 1918-01-01 · Heft 4 · p. 157

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Journal
Der Jude
Volume
3 (1918-1919)
Issue
Heft 4
Article
Die Bedeutung der Araberfrage für den Zionismus
Date
1918-01-01
Page
157 (sequence 11)
Language
German
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Die Bedeutung der Araberfrage für den Zionismus 157 Wanderung gezwungen. Daß seine Stimmung und die seiner Dorfgenossen den Juden gegenüber nicht die rosigste war, ist wohl selbstverständlich. Jedoch ist diese Expropriation nur in den seltensten Fällen geschehen, in einigen Gegenden Galiläas bei der Ausdehnung der jüdischen Getreidekolonien (die jüdischen Pflanzungskolonien Judäas und Samarias fanden zumeist kaum bestellten Boden vor). Zusammenfassend können wir sagen, daß die Beziehungen des landwirtschaftlich tätigen Teiles der Juden zu der einheimischen Fellachenbevölkerung im allgemeinen keine schlechten sind, daß in Judäa und Samaria kaum Reibungsflächen vorhanden sind, noch vorhanden sein werden, und daß bei den Getreidekolonien Galiläas diese nicht in der Natur der Dinge begründet waren, sondern im ungeschickten unplanmäßigen Vorgehen Einzelner; wir kommen auf diese Verhältnisse noch ausführlich zurück. 8. Haben die Juden bisher stark zur Europäisierung der einheimischen Landwirtschaft beigetragen? Wenn wir die Einwirkungen auf die arabische Landwirtschaft darstellen wollen, so dürfen wir niemals aus den Augen verlieren, daß die Zahl der landwirtschaftlich tätigen Juden kaum 1/30 der der Araber beträgt. Die Wirkungen der Juden auf die arabische Landwirtschaft sind zweierlei Art: mittelbarer und unmittelbarer. Wir wollen zunächst von den ersteren sprechen und verstehen darunter die Wirkungen, die von dem jüdischen Kolonisationswerk als Ganzem auf die Araber ausgehen werden. Zunächst haben die Juden nach jahrzehntelangen Versuchen die dem Lande angepaßte, jedoch moderne Form für den Pflanzungsbau gefunden, durch die das Land in intensiver Weise ausgenutzt werden kann, und die sich zugleich privatwirtschaftlich völlig rentiert, in vielen Fällen bis zu 10 °/0 und darüber. Es hat lange Jahre dazu gebraucht, und wären die jüdischen Kolonien im Anfang nicht von Baron Rothschild und später von der Jewish Colonisation Association stark unterstützt worden, so hätten sie es vielleicht nicht zur Blüte gebracht; heute aber haben sich die Pflanzungskolonien größtenteils von dieser Subventionierung befreit, wirtschaftlich unabhängig gemacht; und so ist man in Palästina so weit, daß man Pflanzungen anlegen kann mit Garantie einer ausreichenden Verzinsung, und unter gleichzeitiger Ausnutzung des Bodens nach modernen wirtschaftlichen Methoden: also Intensivierung der landwirtschaftlichen Kultur, verbunden mit privatwirtschaftlicher Rentabilität. Auf dem Gebiete des Getreidebaus hat man dieses Ziel noch nicht erreicht; hier ringt man noch mit dem Problem, unter Beseitigung der primitiven Form der Bewirtschaftung des Fellachen Methoden zu finden, die sich den europäischen nähern, zugleich aber auch das Grundkapital mäßig verzinsen. Die jüdische landwirtschaftliche Versuchsanstalt und die verschiedenen Lehrfarmen des Nationalfonds sind damit beschäftigt und kommen dem Ziele immer näher, so daß es nur noch wenige Jahre währen dürfte, bis auch auf dem zweiten landwirtschaftlichen Hauptgebiete ein durchschlagender Erfolg erzielt sein wird. Da die arabische Wirtschaft zum weitaus überwiegenden Teile Getreidewirtschaft ist, so wird dieser Erfolg ausschlaggebend für die Einwirkung der Juden auf die Araber sein. Nachdem eine Synthese zwischen moderner Getreidewirtschaft und privatwirtschaftlicher Rentabilität in Palästina erlangt sein wird, wird auch die Europäisierung der arabischen Landwirtschaft nur noch eine

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