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Der Jude · 1918-01-01 · Heft 4 · p. 152

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
3 (1918-1919)
Issue
Heft 4
Article
Die Bedeutung der Araberfrage für den Zionismus
Date
1918-01-01
Page
152 (sequence 6)
Language
German
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152 Fritz Sternberg: Heiligen Lande im Orient aufgewachsene und ausgebildete Ärzte zur Verfügung stellen. Dann werden die jüdischen Ärzte erst ihren wahren Wirkungskreis haben und Palästina aus seiner Verwahrlosung heraushelfen; bis dahin können sie nur, was sie bisher getan haben: den Arabern in einzeihen Fällen beistehen, individuell helfen und Gutes leisten. Zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Juden und Arabern trägt diese ärztliche Tätigkeit naturgemäß bei. Ein gesunder Bevölkerungsfortschritt ist durch sie allein nicht möglich; wenn die Türkei ernsthaft gewillt ist, an diesem Werke zu arbeiten, dann werden die jüdischen Ärzte bestrebt sein, aus Palästina auf dem Gebiete der Hygiene — und das bedeutet im Heiligen Lande auch auf dem Gebiete des Bevölkerungswesens — ein Musterland zu machen. 4- In kultureller Beziehung wäre es das Wünschenswerte, wenn eine obligatorische, orientalischen Verhältnissen angepaßte Volksschule in Palästina geschaffen würde. In diesem Punkte ist naturgemäß der Wirkungskreis der Juden weit enger begrenzt als auf ärztlichem, hygienischem Gebiet. Die Gründe liegen auf der Hand. Die Initiative für die Durchführung einer arabischen Volksschule liegt bei den Arabern bzw. bei der türkischen Regierung selbst; wenn die Juden in dieser Frage eingreifen wollten, so würden sie sich — ganz abgesehen von der Unrealisierbarkeit — nur politisch schaden. Die bisherigen arabischen Schulen waren in der überwiegenden Mehrzahl von Europäern geschaffen. Über sie urteilt Professor Max Lohr, daß sie eine bunte Musterkarte von Schulanstalten seien, die noch dazu miteinander aufs heftigste konkurrieren, daß sie fremde Sprachen, fremdes Wesen pflegten, ohne die berechtigten nationalen Eigenheiten zu entwickeln, und daher ein geistiges Zwittergeschlecht heranwachse, nicht mehr Araber, aber noch lange keine Europäer. Wir brauchen dieser Charakterisierung des europäischen Schulwerks nichts hinzuzufügen. Die jüdische Schule wies zunächst an manchen Stellen ähnliche Schäden auf, sie war im allgemeinen von der Alliance israelite gegründet, hatte Französisch als Unterrichtssprache, und ihre Zöglinge, mit den Verhältnissen Palästinas nicht im geringsten vertraut, verließen fast alle ihre Heimat, um sich im Ausland ihr Brot zu verdienen. Hier hat sich jetzt ein völliger Umschwung vollzogen. Die Juden haben — ich darf diese Dinge wohl als bekannt voraussetzen — ein Schulwerk geschaffen, das modernen Ansprüchen genügt und zugleich auf palästinenische Verhältnisse zugeschnitten ist. Sie haben damit für die Schaffung eines arabischen Schulwerks eine wesentliche Vorarbeit geleistet. Ihre Tätigkeit gegenüber der einheimischen Bevölkerung wird sich darauf beschränken, den Arabern in höheren Schulen Aufnahme zu gewähren, in den Schulen, die bei den Arabern beliebter sein werden als alle christlichen Anstalten, weil sie durch ihr Zusammenleben mit den Juden bereits dessen bewußt geworden sind, daß diesen nichts ferner liegt als Missionstendenzen. Auf dem Gebiete des Schulwerks möchten wir zusammenfassend bemerken, daß das jüdische naturgemäß noch weiter ausgebildet werden wird, insbesondere durch Reformierung des Jerusalemer Schulwerks, durch die Eröffnung des Technikums in Haifa, durch die Gründung der Universität in Jerusalem, durch Errichtung vieler Fachschulen. Aber die Einwirkung auf die Araber wird sich auch nach Durchführung dieses Programms nicht wesentlich ändern und wohl auch weiterhin bestehen, daß das jüdische Schulwerk als solches propagandistisch auf das zu gründende arabische wirkt und den Arabern, wenn sie es wollen, in

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