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Der Jude · 1918-01-01 · Heft 1 · p. 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
3 (1918-1919)
Issue
Heft 1
Article
Die Juden in der Weltpolitik
Date
1918-01-01
Page
14 (sequence 8)
Language
German
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H Albrecht Hellmann: Die Juden in der Weltpolitik sitzt. Man vergegenwärtige sich anderseits, daß heute eine Hauptaufgabe der Kunst der Politik in der Herstellung und Verwertung weltpolitischer Beziehungen besteht. Wenn man bedenkt, daß gerade auf Gebieten mit einer unmittelbaren politischen Resonnanz sich überaus viele Juden betätigen, dann wird man die ungeheure Tragweite einer systematisch und taktisch klug durchgeführten Nutzbarmachung der jüdischen Internationalität erkennen. Auf dem Gebiete der Presse, der Wirtschaft, der Finanz und der unmittelbaren Politik sind Juden zahlreich und in führender Stellung tätig. Es gehört zu den beliebtesten antisemitischen Märchen, die Juden der geheimen Verschwörung gegen die gesamte nichtjüdische Welt durch die internationale „jüdische" Presse, das „jüdische" Großkapital mit seiner ungeheuren wirtschaftlichen Macht und die heimlich miteinander verbundenen „jüdischen" Politiker zu beschuldigen. Leider waren aber die meisten dieser Juden alles andere als jüdisch, und die Dummheit dieser antisemitischen Beschuldigung ergibt sich schon daraus, daß in jedem Land die Antisemiten erklären, das internationale Judentum hätte sich gerade gegen ihr Land verschworen. Wären aber alle Juden wirklich jüdisch und national, gäbe es also wirklich eine umfassende jüdische Internationalität, so wäre für alle Völker, in deren Mitte Juden leben und die ihnen die von allen Gegenleistungen ganz unabhängige individuelle oder, wenn die Notwendigkeit vorliegt, auch nationale Gleichberechtigung gewähren, eine Möglichkeit weltpoltischen Verkehrs geboten, wie sie einst die Blüte des spanischen, holländischen und vieler anderer Völker bewirkt haben soll. Eine wichtige Voraussetzung für die restlose und uneingeschränkte Nutzbarmachung der jüdischen Internationalität, durch welche die bedrohte politische und wirtschaftliche Position der Juden in den verschiedenen Ländern eine heute noch gar nicht absehbare große Stärkung erfahren würde, während auch gleichzeitig die anderen Völker dadurch gewännen, ist die Ausarbeitung eines großzügigen und genauen Systems einer solchen Verwertungsarbeit. Das wäre eine der hauptsächlichsten Aufgaben der durch die Kongreßbewegungen zu schaffenden Vertretungen der Juden in den einzelnen Ländern und der aus diesen hervorgehenden Körperschaft als repräsentatives Organ der jüdischen Gesamtheit der Welt, als die internationale Exekutive des jüdischen Volkes. Man braucht sich z. B. nur die Bedeutung einer solchen systematischen Arbeit für die Beschaffung der Rohstoffe, dieser Lebensfrage der Volkswirtschaft in der Zeit nach dem Kriege, vergegenwärtigen, um ihre beispiellose Tragweite zu erkennen. Welche große Förderung auch der Weltfriede durch die jüdische Internationalität, die sich nicht wie andere Internationalen bei Ausbruch eines Krieges nationalisieren, also zusammenbrechen muß, sondern seit jeher national ist, erfahren kann, ist leicht vorstellbar. Der Einwand, daß der weltpolitischen Betätigung des jüdischen Volkes durch die eigenen Bestrebungen der jüdischen Volkspolitik eine Grenze gesteckt ist und daß da Abhängigkeitsverhältnisse entstehen können, welche die bedingungslose Teilnahme national gesinnter Juden an den Geschicken ihrer Heimatländer in schwere Gefahr bringen würde, wird durch den Hinweis darauf hinfällig, daß die wesentlichen Ziele der jüdischen Nationalpolitik mit den Bestrebungen keines anderen Volkes im Widerspruch stehen. Wenn die Politik irgendeines Volkes auf nichts anderes gerichtet ist, als nur darauf, daß das Recht die Macht erlange, so die des jüdischen. Und schließlich bleiben nur den wenigsten Menschen Konflikte erspart, die sich aus dem Widerstreit innerer Überzeugungen und Gefühle gegen

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