Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 1 (1916-1917)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1916)
- Article
- Jüdische Volkslieder
- Date
- 1916-05-01
- Page
- 119 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Volkslieder 119 Moische-nju, Moische-nju, Moische-nju, Pastuschek ty nasch, Ahron-unju, Ahron-unju, Ahron-unju, Pastyr ty nasch, Schmuel-unju, Schmuel-unju, Schmuel- Prowidjez ty nasch, — [unju, Tschewo-z wy nje prossitje usw. Dowid-unju, Dowid-unju, Dowid-unju, Krulik ty nasch, Schloim-unju, Schloim-unju, Schloim- Mondry ty nasch [unju, Tschewo-z wy nje prossitje usw. Ssynok, Ssynok, Ssynok, Chatka benda wystrojena, Scmlja benda wykupjena, Ty w'Semlju otwedjeny, Bondz mondr, Tschekai konzu, W'noschiro Schiro chadoscho Halelujo! Moselein, Moselein, Moselein, Hirte du unser, Ahronlein, Ahronlein, Ahronlein, Priester, du unser, Samuellein, Samuellein, Samuellein, Prophet, du unser, Davidlein, Davidlein, Davidlein, König, du unser, Salomonlein, Salomonlein, Salomonlein, Weiser, du unser, Warum bittet ihr nicht usw. Söhnchen, Söhnchen, Söhnchen, Söhn« Aufgebaut wird unser Haus, [chen, Wir kaufen unsern Boden aus, Und du kehrst heim verjüngt, erneut. Harre aus und sei gescheut, Daß uns ein neuer Sang erfreut, Halleluja! Ginsburg und Marek Nr. 15. Polnisches Idiom; letzte Zeile hebräisch. Eine innige, fast vorwurfsvolle Bitte an die hohen Fürsprecher, daß sie bei Gott die Er* neuerung des heiligen Landes auswirken mögen. Wie zart ist die Liebes-Endung, die den hohen Namen angehängt ist! Durch Deutschland und Polen sind die Juden gewandert, unter diesen Völkern haben sie viele Jahrhunderte gelebt und von ihnen vieles sich angeeignet» Von den Deutschen ein gegenständliches Naturempfinden und einen gewissen lehrhaften Tiefsinn, der allerdings zu ihrem eigenen Wesen vor^ züglich paßt, und von den Polen die Weichmütigkeit, wenn man so sagen darf, die enge, mild-egoistische Liebenswürdigkeit, die gleichfalls ihrer eigenen Natur gemäß ist. Wie sollte es auch anders sein! Nimmt doch eine echte und wahrhaftige Seele nur das an, was sie im Tiefsten bereits besitzt. — Die Verse, die ich, dem Original entsprechend, gereimt habe, lauten wörtlich: Daß er unser Häuslein auferbaue, Unser Land auskaufe, Uns in unser Land entführe, In unser Land, unser, In unser Land, unser. Von einem verwandtem Liede, das sich aber an Gott selbst wendet, geben wir hier die erste Strophe wieder; das Original bei Ginsburg und Marek (Nr. 17) enthält noch weitere sechs Strophen, die der von uns zitierten sehr ähnlich sind. Das Stück ist in russisch-polnischem Idiom abgefaßt, aber von vielen hebräischen Worten durchsetzt.