Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 1 (1916-1917)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1916)
- Article
- Jüdische Volkslieder
- Date
- 1916-05-01
- Page
- 117 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/3101111-3101112-8875861-3102821--0179-3102904- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jüdische Volkslieder 117 Omein w'omein, dos is wobr: Die G'ule wet kummen baintigen Johr. Wet sie kummen zuraiten, Welen mir hoben gute Zaiten. Wet sie kummen zuführen, Welen mir hoben gute Johren. Wet sie kummen zugeihn, Welen die Meissim aufsteihn. Mir welen kein Erez-Jissroel geihn, Uwo TZion Geieil w'neimar omein! Amen und Amen, das ist wahr, Erlösung wird kommen noch dieses Jahr. Kommt sie geritten, Haben wir ausgelitten« Kommt sie gefahren, Werden wir gute Zeiten gewahren* Kommt Sie gegangen. Werden die Toten das ewige Leben erlangen. Ins Land Israel werden wir gehn, Nach Zion komme der Erlöser — Amen, Amen. Ginsburg und Marek Nr« 12. Die messianische Zeit wird auf kindliche Weise geschildert: Messias sitzt als Weltenkönig auf dem Throne, „macht Kiddusch'**) und segnet sein Reich. Das sieht der Dichter mit seherischen Augen, doch ist er von der Wahrheit seiner Mission so überzeugt, daß er das- Ereignis ins währende Jahr ansetzt — als wenn wir selber es unbedingt noch erleben müßten. Die folgenden Strophen sind Spielereien und ergeben sich aus dem Reim. Genau übertragen, würden sie lauten: Wird sie (die Erlösung) kommen, zu reiten, Werden wir haben gute Zeiten. Wird sie kommen zu fahren, Werden wir haben gute Jahre. Wird sie kommen, zu gehen, Werden die Toten auferstehn. Die letzte Strophe führt ein Wort aus dem täglichen hebräischen Morgengebet ein und erhält dadurch einen leicht-weihevollen Schluß, der in der Obersetzung schwer wiederzugeben ist. Die Fahrt ins heilige Land. In mitten Weg steiht a Beim Un hot sich aingebeigen; Fohrt ain Jid kain Erez-Jssroel Mit verweinte Eigen. Gott main Gott, Gott main Gott! Lomir dawnen Minche, — Bischass mir welen fohren kain Erez-Jissroel, Wet sain a greiße Ssimche! *) Einweihung des Sabbates und der Festtage durch einen Segenspruch (Kiddusch) über den Wein.